WEBEX COMM. DL-,01
- DER AKTIONÄR

Reine Verhandlungssache

Den US-Technologiesektor kann man derzeit getrost vergessen – es hagelt Kursverluste auf breiter Front. Nur wenige Titel können sich dem Verkaufsdruck entziehen. WebEx ist eine dieser Ausnahmen. Die US-Firma liefert „Software on Demand“, was so viel bedeutet, dass die Kunden keine Produkte kaufen müssen, sondern sie bei Bedarf einfach mieten. Flaggschiff des Unternehmens ist ein Online-Konferenz-System.

WebEx macht Schluss mit zeitraubenden und teuren Geschäftsreisen.

Den US-Technologiesektor kann man derzeit getrost vergessen – es hagelt Kursverluste auf breiter Front. Nur wenige Titel können sich dem Verkaufsdruck entziehen. WebEx ist eine dieser Ausnahmen. Die US-Firma liefert „Software on Demand“, was so viel bedeutet, dass die Kunden keine Produkte kaufen müssen, sondern sie bei Bedarf einfach mieten. Flaggschiff des Unternehmens ist eine Anwendung, die es ermöglicht, Konferenzen online abzuhalten. Alles was hierfür benötigt wird, sind Telefon und Internetbrowser.

Reißender Absatz

Der Clou an der WebEx-Software ist aber nicht der Austausch von Dokumenten über das Internet, sondern die Möglichkeit des gemeinsamen Bearbeitens. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Word-Dokument oder eine Excel-Tabelle handelt – die Anwendung akzeptiert praktisch alle Softwaretypen. Die Vorteile für die Kunden liegen auf der Hand: Durch den Einsatz der Software lassen sich die Kosten für Geschäftsreisen drastisch reduzieren. Und auch bei Präsentationen und dem Mitarbeitertraining kann gespart werden. 12.000 Kunden nutzen das Programm bereits, darunter 24 von 30 Dax-Unternehmen, 12 der 15 größten US-Pharmakonzerne und 9 von 10 US-Großbanken.

Auf der Überholspur

Forrester Research sieht WebEx bei Online-Konferenzen als Marktführer und das Finanzmagazin Forbes führt WebEx an dritter Stelle der am schnellsten wachsenden Technologiefirmen – eine Einschätzung, die sich mit den jüngsten Zahlen bestätigt hat. So kletterte der Umsatz im ersten Quartal 2006 auf 88,5 (Vorjahr: 70,9) Millionen Dollar. Das Ergebnis litt unter den Kosten für Aktienoptionen und sank daher von 12,9 auf 9,1 Millionen Dollar. Trotz des Gewinnrückgangs sind die Aussichten für WebEx hervorragend: So rechnet Finanzvorstand Michael T. Everet für die laufende Periode mit weiter steigenden Erlösen und einem höheren Überschuss.

Das Branchenwachstum weckt Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Allen voran ist es der Softwareriese Microsoft, der sich ein Stück vom Kuchen abschneiden will. Die Gefahr sollte ernst genommen werden. Für WebEx sprechen allerdings die Qualität der Software, eigene Datencenter und jahrelange Erfahrung bei Online-Konferenzen. Darüber hinaus befinden sich mehr als 200 Millionen Dollar in der Kriegskasse.

Bei Schwäche kaufen

Die Aktie ist fundamental attraktiv, erscheint technisch aber angeschlagen, Investoren sollten daher noch einige Tage mit dem Kauf warten. Im Bereich um die 23,50 Euro bietet sich ein Abstauberlimit an.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 30/2006.

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