Leonardo Venture
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Reichlich Cash, unter Buchwert

Die Venture-Capital-Gesellschaft notiert unter Buchwert und dürfte bald Beteiligungen verkaufen.

Die Venture-Capital-Gesellschaft notiert unter Buchwert und dürfte bald Beteiligungen verkaufen.

Beteiligungsgesellschaften sind an der Börse derzeit nicht unbedingt en vogue, einige jedoch zu Unrecht. Gerade die sich wieder aufhellende Exit-Situation schafft Fantasie, zumal die Portfolios teils massiv abgewertet wurden. Eine attraktive Einstiegschance bietet sich aktuell bei Leonardo Venture. Die Beteiligungsfirma verfügt noch über reichlich Cash und notiert unter Substanzwert.

Die Leonardo Venture GmbH & Co KGaA ist eine auf Frühphasenfinanzierung fokussierte Beteiligungsgesellschaft. Die Schwerpunkte bilden technologieorientierte Unternehmen, die allgemein in den Bereich Gesundheit fallen. Leonardo versteht sich dabei nicht nur als reiner Kapitalgeber, sondern unterstützt die Portfoliounternehmen beim Management, der Geschäftsentwicklung und dem Aufbau von Kontakten. Derzeit umfasst das Portfolio sieben Unternehmen.

Vergangenheit wird aufgearbeitet

Bisher musste sich Leonardo Venture stark mit der Aufarbeitung der Vergangenheit beschäftigen. So wurde zum einen die Finanzierung zweier Beteiligungen (Nanocompound, Rösler miniDaT) beendet und deren Wertansatz infolge der Insolvenz komplett abgeschrieben. Was dramatisch klingt, ist jedoch für ein Venture-Capital-Unternehmen wie Leonardo ein logischer und normaler Vorgang. Die Investitionen in die beiden insolventen Firmen hatte das alte Management der Leonardo Venture KGaA zu verantworten. Gegen dieses - genauer der ehemaligen Komplementärin Leonardo Venture Capital GmbH und deren frühere Geschäftsführer Prof. Dr. Köglmayr und Prof. Wupperfeld - wurde auch eine Schadensersatzklage eingereicht. Gegenstand der Klage sind diverse Pflichtverletzungen und Missmanagement, das der Aufsichtsrat im Laufe des Geschäftsjahres 2008 aufgedeckt hat. Diese Altlasten spiegeln sich auch in den Zahlen zum ersten Halbjahr wider. In Verbindung damit sind die Kosten von 1,07 auf 1,40 Millionen Euro angewachsen. Nach den juristischen Eskapaden scheint wieder das operative Geschäft in den Fokus zu rücken. Und der jüngste Newsflow klingt schon einmal vielversprechend.

Super Meldung - kaum beachtet

Mit Nachrichten wie zuletzt ist er damit jedoch auf dem besten Wege. Die größte Einzelbeteiligung, InovisCoat, hat einen Großauftrag erhalten. Das Beschichtungsunternehmen hat mit einem neuen Großunternehmen einen Liefervertrag mit garantierten Mindestabnahmemengen im Wert von rund zehn Millionen Euro für die Jahre 2010 und 2011 unterzeichnet. Eine Absichtserklärung des neuen Kunden, in den Jahren 2011 und 2012 Produkte im Wert von weiteren 20 Millionen Euro abzunehmen, liegt ebenso vor. Sollte es tatsächlich zu den avisierten 30 Millionen Umsatz in den nächsten drei Jahren mit diesem Kunden kommen, dürfte sich dies ab 2011 auch deutlich im Ergebnis von Leonardo Venture bemerkbar machen. Welches Potenzial in InovisCoat steckt, macht ein Vergleich mit der Börsennotierten Bio-Gate AG deutlich. Das Unternehmen setzt rund zwei Millionen Euro um und wird an der Börse aktuell mit 7,5 Millionen Euro bewertet, also rund dem 3,8-fachen Umsatz.

Exitreife Töchter

Der Aktienkurs wird vor allem durch Meldungen wie diese künftig determiniert sein. Ebenso ist durchaus mit Exits im Portfolio zu rechnen. Culavis und ISIS Optronics haben die Reife für einen Tradesale und könnten in absehbarer Zeit verkauft werden. Zudem ist davon auszugehen, dass die Mannheimer im Laufe des vierte Quartals oder des ersten Quartals 2010 ihr Beteiligungsnetzwerk erweitern. Entsprechende Due Dilligences wurden durchgeführt. Die potenziellen neuen Beteiligungsunternehmen stammen aus den Bereichen Medizintechnik, neue Materialien und Cleantech.

Potenzialwert über zwei Euro

Der Buchwert des Portfolios beläuft sich aktuell auf 10,4 Millionen Euro. Hinzu kommen liquide Mittel in Höhe von 9,9 Millionen Euro (per 30.06.). Gerade der jüngste Erfolg von InovisCoat macht deutlich, dass der Potenzialwert klar höher liegt. Nach Schätzung des AKTIONÄRS liegt dieser über 2,00 Euro. Dieses Kursniveau ist auch aus charttechnischer Sicht kurz- bis mittelfristig erreichbar. Der Stopp sollte bei 1,00 Euro gesetzt werden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Leonardo Venture, Deutsche Wohnen, Centrotec Sustainable, Canadian Solar und Whole Foods Market unter der Lupe

Die Börsenblogger stufen Leonardo Venture als aussichtsreichen Rebound-Kandidaten ein. Börse Online hält die Chart-Situation bei Deutsche Wohnen für den perfekten Chance-Risiko-Mix. Der Aktionärsbrief kürt Centrotec Sustainable zum "Bullen der Woche". Der Trend Invest Report sieht die Sonne kampfesrot über Canadian Solar leuchten. Trade24 setzt auf Whole Foods Market. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Finanztage: Interview mit Prof. Dr. Wupperfeld, Geschäftsführender Gesellschafter Leonardo Venture

Im Le Meridien Parkhotel Frankfurt präsentieren sich vom 07.-08. März 2007 24 Unternehmen auf Einladung der Wertpapierhandelsbank Close Brothers Seydler AG. In den zwei Tagen präsentierten Vertreter der beteiligten Firmen die Strategien für das Geschäftsjahr 2007, legten ihren Fokus und ihre Wachstumsprognosen dar und informierten über Neuigkeiten. Das DAF ist exklusiv mit vor Ort. Gesprächspartner: Prof. Dr. Wupperfeld, Geschäftsführender Gesellschafter Leonardo Venture

mehr