K+S
- Michael Schröder - Redakteur

Real-Depot-Wert K+S: Darum waren die +10% gestern erst der Anfang

Solide Zahlen und ein recht optimistischer Ausblick haben den Aktien von K+S am Donnerstag den kräftigsten Kurssprung seit fast vier Jahren beschert. Der Real-Depot-Wert schoss prozentual zweistellig nach oben. Eine gute Nachfrage nach Düngemitteln, die steigende Produktion des neuen kanadischen Werkes und der erwartete Wegfall der abwasserbedingten Produktionsunterbrechungen im Werk Werra stimmen Vorstand und Investoren zuversichtlich.

2018 ist bei K+S abgehakt. Nun blicken alle gespannt auf das laufende Jahr. K+S-Chef Burkhard Lohr zeigt sich zuversichtlich: „Für 2019 sehe ich viele erfreuliche Signale und bin daher positiv gestimmt. Unser EBITDA dürfte im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen.“ Kein Wunder: Das Marktumfeld für Düngemittel ist weiter günstig. Die Weltkalinachfrage dürfte auch in diesem Jahr mindestens stabil sein, moderat steigende Durchschnittspreise sowie einen höheren Absatz sind wahrscheinlich.

Wie wichtig bei K+S aber auch die Witterungsbedingungen sind, hat das Jahr 2018 eindrucksvoll gezeigt. Dank eines Schlussspurts konnte der Dünger- und Salzhersteller das EBITDA zwar um fünf Prozent auf 606 Millionen Euro steigern. Ohne die Produktionsstillstände am Werk Werra wären es aber noch rund 110 Millionen Euro mehr gewesen. Zur Erinnerung: Die Produktion ruhte im Vorjahr mehrfach, da die Hessen wegen des Niedrigwassers weniger Abwässer in den Fluss einleiten konnten als notwendig gewesen wäre. Zudem litt das Salzgeschäft unter höheren Transportkosten wegen niedrigerer Flusspegel infolge der Trockenheit.

Doch das Unternehmen hat Lösungen gefunden, um dies in Zukunft zu verhindern. Vorstand Burkhard Lohr hat unter anderem die Speicherkapazität für Abwässer erhöht, um in Trockenzeiten mehr Puffer zu haben. Von daher sollten sich die Ergebnisse im laufenden Jahr hier deutlich verbessern.

 

Weiteren Rückenwind dürfte es aus Kanada geben. Im neuen Werk Bethune wurden im Vorjahr bereits 1,4 Millionen Tonnen Kali produziert. 2019 sind nun bis zu 1,9 Millionen Tonnen geplant, so dass die konzernweite Produktion trotz der Schließung des niedersächsischen Kalibergwerks Sigmundshall auf 7,7 bis 7,9 Millionen Tonnen steigen soll. Gleichzeitig dürfte die Lösung von Produktionsproblemen den operativen Gewinn weiter steigen lassen.

K+S blickt positiv auf das Jahr 2019 und erwartet, dass das EBITDA deutlich über dem Wert des Vorjahres und in einer Bandbreite zwischen 700 und 850 Millionen Euro liegen sollte (2018: 606 Millionen Euro).  Ungeachtet dessen treibt K+S den langfristigen Konzernumbau weiter voran. In dessen Zuge soll das EBITDA bis 2030 auf drei Milliarden Euro wachsen. Zu den ersten Schritten gehören dabei Einsparungen: Beim Ziel bis Ende 2020 die jährlichen Kosten um mehr als 150 Millionen Euro zu drücken, sieht sich Konzernchef Lohr auf einem guten Weg. In diesem Jahr dürften die erzielten Synergien über den entsprechenden Kosten liegen.

 

Die K+S-Aktie hat extrem positiv auf die neuen Daten reagiert. Die Aussichten bleiben gut. Zudem ist die Aktie im Branchenvergleich noch sehr günstig bewertet. Daher sollte sich der Titel nun weiter von den jüngsten Tiefstständen lösen können und in den kommenden Wochen Kurs auf die 20-Euro-Marke nehmen. DER AKTIONÄR spekuliert im Real-Depot vorerst weiter auf dieses Szenario.

Real-Depot: Jetzt 25% Rabatt für Neuabonnenten

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Damit können Anleger jetzt rechnen

Die Aktie von K+S hat nach dem positiven Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zuletzt wieder deutlich zulegen können. Die MDAX-Titel stehen nun auch kurz vor einem wichtigen Kaufsignal. Der AKTIONÄR zeigt auf, was Anleger in den kommenden Monaten und Jahren vom Düngemittel- und Salzproduzenten … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Kaufsignal dank der Commerzbank?

Die Aktie von K+S bereitet ihren Anteilsiegnern derzeit richtig Freude. So legte der MDAX-Titel in der Vorwoche im Zuge starker Zahlen und eines positiven Ausblicks bereits kräftig zu. Im heutigen Handel sorgt eine Analystenstudie der Commerzbank für zusätzlichen – und womöglich auch nachhaltigen – … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Beginnt jetzt die Aufholjagd?

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat heute seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2018 vorgelegt. Mit den Zahlen konnte der MDAX-Konzern, der wegen der extremen Trockenheit im Sommer die Produktion an einigen Standorten schließen und die ursprüngliche Gewinnprognose verringern musste, nun … mehr