- DER AKTIONÄR

RCM mit großen Plänen

Die Immobiliengesellschaft RCM zählt mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis zu den günstigsten Werten der Branche. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR kündigt Alleinvorstand Martin Schmitt noch weitere Überraschungen an.

Die Immobiliengesellschaft RCM zählt mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis zu den günstigsten Werten der Branche. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR kündigt Alleinvorstand Martin Schmitt noch weitere Überraschungen an.

DER AKTIONÄR: Herr Schmitt, hat sich an Ihrem Geschäftsmodell irgendetwas verändert?

Martin Schmitt: An unserem Geschäftsmodell hat sich nichts verändert, wir kaufen unsere Immobilien aus notleidenden Engagements über Zwangsversteigerungen oder direkt von den finanzierenden Instituten und haben damit die Möglichkeit, in großem Stil zu Discount-Preisen (in der Größenordnung mehrheitlich unter 600 Euro pro Quadratmeter) unseren Bestand aufzustocken. So haben wir es beispielsweise seit Börsengang im Juni 2005 geschafft, die Fläche von 4.000 auf 15.000 Quadratmetern zu erhöhen. Auch ist geplant, dass der Bestand im laufenden Jahr nochmals um 12.000 Quadratmeter steigt.

Wie viele Immobilien haben Sie bereits wieder veräußert?

Ursprünglich war es ja unser Ziel, dass wir im vergangenen Dezember ein Objekt veräußern, um damit unseren Anlegern nachhaltig zu beweisen, dass die Immobilien, die wir kaufen, tatsächlich auch marktgängig sind. Nachdem jedoch der Bestandsaufbau noch nicht abgeschlossen ist, war unser Aufsichtsrat dagegen, bereits zu diesem Zeitpunkt mit dem Abverkauf der Immobilien zu beginnen. Da wir in Dresden im Jahr 2005 leicht steigende Immobilienpreise beobachten konnten, musste unsere Priorität vor allem im Bestandsaufbau liegen.

Können Sie uns einen Hinweis geben, wie die Bilanz 2005 ausgefallen ist?

Trotz einer Reihe von Anlauf- und Emissionskosten, die im vergangenen Jahr das Ergebnis belastet haben, rechnen wir jedoch aufgrund der hohen Mieteinnahmen und der niedrigen Kostenstruktur mit einem Jahresüberschuss von gut 200.000 Euro. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Bestandsaufbau erst ab dem zweiten Quartal 2005 verstärkt wurde und daher nicht alle Immobilien im gesamten Jahr Mieteinnahmen generierten.

Wie hoch sind die stillen Reserven in der Bilanz?

Die Arbeiten des Wirtschaftsprüfers sind noch nicht abgeschlossen, aber man kann davon ausgehen, dass wir zum Jahresende 2005 zirka vier Millionen Euro Bewertungsreserve gegenüber den veranschlagten Ertragswerten der Bestandsimmobilien haben.

Welches Ergebnis haben Sie für das laufende Jahr geplant?

Wenn wir komplett investiert sind, erwarten wir pro Monat einen Mietertrag von zirka 120.000 Euro, also gesamtjährig gerechnet zirka 1,5 Millionen Euro. Daraus ergibt sich nach Abzug aller Kosten (inklusive Fremdkapitalzinsen) ein Ergebnis aus der Immobilienbewirtschaftung allein von zirka 570.000 Euro.

Der Abverkauf von Bestandsimmobilien wird sich in der Größenordnung von 3.000 bis 6.000 Quadratmetern bewegen. Pro Quadratmeter rechnen wir mit einem Netto-Ergebnis von mindestens 180 Euro, so dass wir mindestens nochmals einen Betrag zwischen 500.000 - 1,1 Millionen Euro erzielen können; insgesamt also etwa 1,1 - 1,6 Millionen Euro (15 bis 21 Cent je Aktie).

Sind bei den genannten 180 Euro Gewinn pro Quadratmeter alle Kosten mit berücksichtigt?

Ja, in vollem Umfang.

Demnach sind Analystenprognosen, die im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 0,20 Euro je Aktie erwarten lassen, realistisch?

Diese Ergebnisschätzung berücksichtigt den Stand des aktuellen Geschäftes, nicht aber die anderen strategischen Maßnahmen, die wir im Laufe des Jahres noch umsetzen wollen.

Um welche Maßnahmen handelt es sich hierbei?

Ich kann derzeit noch keine näheren Angaben machen, die Umsetzung dieser Maßnahmen wird RCM jedoch in ganz andere Größenordnungen bringen. Wenn Sie sich unsere Pressemitteilung vom 9. September 2005 ansehen, dann sehen Sie, dass langfristig orientierte Investoren in unserer Gruppe eingestiegen sind. Dies wird nicht ohne Auswirkungen auf RCM sein.

Welche Kurserwartungen haben Sie bis zum Jahresende?

Selbst wenn der Kurs nur bis 2,40 Euro laufen würden, dann hätten wir immer noch ein KGV von 12, womit meines Erachtens RCM als Immobilienaktie äußerst niedrig bewertet wäre und damit eine bessere Chance als die Gesamtentwicklung am Markt bieten würde. Andere Immobilienaktien weisen zurzeit ein KGV von durchschnittlich 25 und höher auf.

 

Fazit

Nach dem Börsengang im Juni 2005 verschwand RCM zunächst vom Radar der Börsianer. Erst seit Jahresbeginn wurde die Aktie als Immobiliengeheimtipp wiederentdeckt. Geduldige Anleger, die der AKTIONÄRS-Kaufempfehlung in Ausgabe 25/2005 gefolgt sind, freuen sich über ein Kursplus von rund 40 Prozent. Bis Jahresende winken nochmals 40 Prozent.

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