Lufthansa
- Fabian Strebin - Redakteur

Ratlosigkeit bei der Lufthansa: Airline fliegt auf Sicht

Wenig traut man sich derzeit bei der Lufthansa zu. Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr hält der Vorstand aufgrund der unsicheren Gesamtsituation für unmöglich. Eine Dividende will man aber in jedem Fall zahlen. Wie hoch diese ausfällt, ist eine andere Frage.

Keine Klarheit brachte heute die endgültige Präsentation der Zahlen zum ersten Halbjahr 2016 bei der Lufthansa. Eine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr will der Vorstand nicht abgeben, weil man nicht wissen könne, wie viele Passagiere doch noch kurzfristig mit der Airline fliegen würden. Im dritten Quartal habe man mehr Klarheit, so Finanzvorstand Simone Menne. Im Vorjahr erwirtschaftete die Lufthansa noch ein bereinigtes EBIT von 1,80 Milliarden Euro. Für 2016 rechnen Analysten mit 1,45 Milliarden Euro.

An Dividende wird nicht gerüttelt

Vergangenes Geschäftsjahr zahlte die Airline eine Dividende von 50 Cent. Auch dieses Jahr will die Lufthansa die Aktionäre am Gewinn beteiligen, so Menne. Über die tatsächliche Höhe wird am Ende der Aufsichtsrat entscheiden. Von dem vor kurzem beschlossenen Tarifvertrag mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo erhofft sich das Unternehmen Einsparungen auf der Kostenseite. Wichtig wäre auch mit der Gewerkschaft der Piloten zu einer Einigung zu kommen. Die Verhandlungen mit deren Vertretung Cockpit laufen noch bis Freitag.

Unsicherheit bleibt

Wer sich vom heutigen Auftritt des Lufthansa-Vorstandes neue Informationen erhoffe, wie es nun weitergehen soll, wurde enttäuscht. Auch wenn das Aufkommen bei den Geschäftsreisenden nur überschaubar eingebrochen ist, setzten dem Unternehmen fehlende Kunden aus den USA und Asien zu. Bei hochbleibender Terror-Gefahr dürfte sich daran auch nichts ändern. Der AKTIONÄR rät von einem Kauf der Aktie ab.

 

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