Basler
- DER AKTIONÄR

Qualität ist das A und O

Die Qualität der Produkte hat heutzutage bei sämtlichen Fertigungsprozessen oberste Priorität. Allerdings dürfen für die Erreichung dieses Ziels keine allzu hohen Kosten anfallen, weshalb immer mehr Unternehmen ihre Qualitätskontrolle weitestgehend automatisieren.

Isra Vision beteiligte sich jüngst an Parsytec. Dieser Deal ist keine allzu große Überraschung, denn der Markt für optische Inspektionssysteme bietet hervorragende Wachstumschancen.

Die Qualität der Produkte hat heutzutage bei sämtlichen Fertigungsprozessen oberste Priorität. Allerdings dürfen für die Erreichung dieses Ziels keine allzu hohen Kosten anfallen, weshalb immer mehr Unternehmen ihre Qualitätskontrolle weitestgehend automatisieren. Zum Einsatz kommen dabei optische Inspektionssysteme, mit denen Komponenten und Produkte unter anderem auf Farbrichtigkeit, Struktur- und Materialfehler hin geprüft werden. Die Nachfrage nach den sogenannten Machine-Vision-Lösungen wird in Zukunft weiter steigen: Experten von BCC Research rechnen mit einem Anstieg des Weltmarktvolumens von 8,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 auf 15,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012.

Strategisch sinnvoller Zukauf

Von diesen Perspektiven möglichst umfassend profitieren will Isra Vision – ein Anbieter von Bildverarbeitungslösungen für die Industrie. Daher begnügt sich das Unternehmen nicht mit organischem Wachstum, sondern will Umsatzerlöse und Gewinne auch durch Akquisitionen steigern. Im Rahmen dieser Strategie wurde erst kürzlich eine 52,6-prozentige Beteiligung am Wettbewerber Parsytec erworben, der sich auf die Branchen Metall und Papier spezialisiert hat. Isra Vision-Vorstandschef Enis Ersü erwartet, dass aus dem anvisierten Zusammenschluss mit dem Konkurrenten zahlreiche Vorteile resultieren – zu nennen wären hier vor allem Zugewinne beim Produkt-Know-how und die Erweiterung des Vertriebsnetzwerks. Den verbliebenen Parsytec-Aktionären will Isra Vision demnächst ein Abfindungsangebot von 5,65 Euro je Anteilschein unterbreiten mit dem Ziel, die Beteiligung an dem Aachener Unternehmen aufzustocken.

Für Isra Vision spricht jedoch nicht nur der Parsytec-Deal, sondern auch die in Aussicht gestellte Expansion in den Bereichen Display-Glas, Nahrungsmittel, Verpackung und Solarmodule. Vor diesem Hintergrund ist der von Analysten prognostizierte Gewinnanstieg von 1,65 Euro je Aktie im laufenden Fiskaljahr auf 1,82 Euro je Aktie im Jahr 2007/08 (per 30.09.) eine relativ konservative Prognose, auf deren Basis sich ein günstiges KGV von 12 errechnet.

Überzeugende Aussichten

Mit einem 2008er-KGV von 11 ähnlich attraktiv bewertet ist die Aktie der Basler AG. Bei dem Produzenten von optischen Inspektionslösungen sorgt unter anderem der Einstieg in den Solarmarkt im letzten Jahr für Fantasie. Bereits in den nächsten Monaten rechnet das Basler- Management mit weiteren Aufträgen von Solarmodulherstellern. Vor allem dürfte jedoch das Komponentengeschäft bei Basler künftig für positive Impulse sorgen. Schließlich finden die in diesem Geschäftsfeld in den zurückliegenden zwölf Monaten neu auf den Markt gebrachten digitalen Hochleistungskameras großen Anklang bei den Kunden.

Aktuell zählt Basler auf dem Markt für optische Inspektionssysteme zu den am schnellsten wachsenden Komponentenanbietern und gewinnt in diesem Bereich sukzessive weitere Markanteile hinzu. Diese Entwicklung führte bereits im zweiten Quartal 2007 zu einem Anstieg des Auftragseingangs um 39 Prozent auf 15,3 Millionen Euro – der zweitbeste Wert der bisherigen Firmengeschichte. Damit ist die Basis gelegt, dass Basler nach einem moderaten Umsatzanstieg im laufenden Jahr ab 2008 wieder mit zweistelligen Zuwachsraten glänzen kann.

Vom Wachstumspfad abgekommen ist Viscom: Im ersten Halbjahr 2007 verringerten sich die Erlöse des europäischen Marktführers für automatische optische und röntgentechnische Inspektionssysteme für bestückte Leiterplatten um 21,6 Prozent auf rund 19,2 Millionen Euro. Zurückzuführen ist dies auf die Kaufzurückhaltung einiger Abnehmer wegen der bevorstehenden Lieferbarkeit eines neuen Inspektionssystems sowie die verringerte Investitionsbereitschaft eines Viscom-Großkunden. Zudem ist aufgrund umfangreicher Investitionen zur Vorbereitung der technischen und regionalen Expansion ein Verlust von 633.000 Euro angefallen. Hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung zeigt sich das Viscom- Management optimistisch und rechnet daher mit einer Umsatzsteigerung von 53,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf mehr als 100 Millionen Euro im Jahr 2010. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, will Viscom den Vertrieb ausbauen, weitere Niederlassungen eröffnen und neue Geschäftsfelder wie etwa die Bereiche Wafer und Solar erschließen.

Zwei Kaufkandidaten

Wer an der Dynamik des Marktes für Inspektionssysteme partizipieren will, sollte die günstig bewerteten Anteilscheine von Isra Vision oder Basler ordern. Der letztgenannte Machine- Vision-Spezialist ist mit einer Marktkapitalisierung von 41,6 Millionen Euro zudem als Übernahmekandidat einzustufen. Parsytec ist eine Halteposition, denn der Titel notiert nur geringfügig unter der von Isra Vision angekündigten Abfindungsofferte. Bei Viscom drängt sich ein Einstieg aufgrund der ernüchternden Halbjahreszahlen derzeit nicht auf.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2007.

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