QSC
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

QSC: Übernahmepläne stoßen auf Skepsis

Der Breitbandspezialist QSC hat Pläne zur Übernahme des IT-Dienstleisters Info AG veröffentlicht. Obwohl der Zukauf gut zur neuen Strategie der Kölner passt, gibt die Aktie an der Börse kräftig nach. Der Grund ist offensichtlich.

Der Telekommunikationsspezialist QSC will den IT-Dienstleister Info AG vollständig übernehmen. Dazu sei in einem ersten Schritt mit der MZ Erste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH ein Kaufvertrag über 58,98 Prozent der ausgegebenen Info-Aktien zu je 14,35 Euro geschlossen worden. Der Vollzug stehe noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Für die nicht vom Vertrag erfassten Aktien will QSC ein öffentliches Übernahmeangebot abgeben.

Aktie unter Druck

Strategisch passt der Deal zwar gut ins neue Unternehmenskonzept der Kölner, die sich vom unabhängigen Netzbetreiber zum Outsourcing-Dienstleister für das TK-Netzwerkmanagement wandeln wollen. Dennoch gibt der Kurs von QSC in Frankfurt kräftig nach.

Bis 11.30 Uhr verliert das TecDAX-Papier rund 2,8 Prozent auf 2,46 Euro, nachdem es zuvor bis auf 2,42 Euro durchgereicht worden war.

Anleger skeptisch

Die Skepsis resultiert in erster Linie aus dem auf den ersten Blick hohen Kaufpreis für Info AG. Basierend auf dem Schlusskurs der Aktie am Vortag (6,20 Euro) entspricht die Offerte einem Aufschlag von 130 Prozent.

QSC will die Kosten für die Übernahme mit eigenen Mitteln und einer verfügbaren Kreditlinie stemmen. Auch hält das Management an den Prognosen für 2011 und seinen Dividendenplänen fest.

Dennoch sind die Anleger nicht überzeugt. Ein Blick auf die Geschäftsentwicklung der Info AG zeigt, wo es hakt. Info AG hat 2010 einen Umsatz von rund 85 Millionen Euro und ein Jahresergebnis von 2,67 Millionen Euro oder 0,71 Euro pro Aktie erzielt. Während die Erlöse im Jahresvergleich leicht um vier Prozent anzogen, sank das EBIT um 18 Prozent. Die EBIT-Marge betrug 5,2 (Vj. 6,6) Prozent.

Was bei der Info AG stark wächst, ist die Zahl der Mitarbeiter. Seit 2006 hat sich der Personalbestand um gut 70 Prozent auf zuletzt 608 (QSC: ebenfalls 608 Mitarbeiter) in die Höhe geschraubt .

Drohende Korrektur

Langfristig Strategisch sinnvoll oder nicht: Ohne den Rückhalt der Aktionäre könnte sich der QSC-Kurs kurzfristig weiter nach unten schrauben. Charttechnisch droht nach dem Bruch der Unterstützung bei 2,50 Euro ein Test des Jahrestiefs bei 2,20 Euro.

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