QSC
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

QSC: Wo sind die Käufer?

Eine Woche vor Bekanntgabe der Q1-Zahlen kann von Spannung oder gar Vorfreude bei QSC keine Rede sein - ganz im Gegenteil. Der Kurs hangelt sich weiter nach unten.

An QSC scheiden sich die Geister: Zu billig, sagen die einen, langweilig und ohne Perspektiven, die anderen. Fakt ist: Bewertungstechnisch gibt es an dem TecDAX-Papier wenig zu bemängeln. Auf Basis der Analystenschätzungen für 2011 beträgt das KGV schlappe 15. Damit rangiert QSC in der unteren Hälfte im TecDAX. Fakt ist aber auch: Für eine Trendwende fehlen die nötigen Impulse. Und daran dürften auch die anstehenden Quartalszahlen wenig ändern.

Spekulieren? Worauf?

Zum Wochenauftakt bröckelt der Kurs um ein Prozent auf 2,55 Euro ab. Damit bleibt der seit Monaten gültige Abwärtstrend intakt. Zwei Anläufe seit Mitte April auf die obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals sind gescheitert.

Anleger, die auf einen Anstieg im Vorgriff auf die Q1-Zahlen spekulieren, könnten enttäuscht werden. Der Zeitraum ist üblicherweise der schwächste im gesamten Geschäftsjahr und bislang deutet nichts darauf hin, dass dieses Muster durchbrochen wird.

Konzernumbau belastet

Das Unternehmen ist mit dem Geschäftsumbau beschäftigt, will sich als Outsourcing-Dienstleister für das TK-Netzwerkmanagement positionieren. Auf längere Sicht verspricht die Neuausrichtung eine Verbesserung der Ergebnisqualität, kurzfristig drücken die rückläufigen Umsätze im traditionellen Geschäftsfeld (Sprache, Breitband) allerdings die Aussichten.

In einer Studie von Ende März ("Halten", Kursziel: 3,20 Euro) schreibt Warburg-Analyst Jochen Reichert: "Bisher wurde in den Prognosen der strukturelle Rückgang im klassischen TK-Geschäft nicht ausreichend antizipiert". Warburg reduzierte deshalb die Umsatzschätzung für das laufende Jahr um 3,4 Prozent und für 2012 um 6,9 Prozent. Gleichzeitig wurden die EBIT-Schätzungen um 9,2 und 11,7 Prozent nach unten korrigiert.

Halten

QSC meldet am 9. Mai seine Q1-Zahlen. Ein Katalysator für den Aktienkurs ist nicht in Sicht, insofern könnte die Charttechnik weiter den Ton angeben. Investierte Anleger sollten das Papier halten und bei 2,47 Euro die Reißleine ziehen. Wird die Unterstützung durchbrochen, droht ein Test des Jahrestiefs bei 2,20 Euro.

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