Qiagen
- Werner Sperber - Redakteur

Qiagen: "Bulle der Woche"; Börsenwelt Presseschau I

Die Experten des Aktionärsbriefes verweisen auf den bei der Hauptversammlung im Mai beschlossenen, sinnvollen Konzernumbau von Qiagen. Das Unternehmen mit Sitz in Hilden bei Düsseldorf will vom Anbieter diagnostischer Tests und Proben-Vorbereitungen auch zu einem Spezialisten für Bioinformatik werden. Das bisherige Geschäft führt Qiagen weiter. Die Biotechnologie und die Informationstechnologie (IT) rücken immer näher zusammen, da es eine wahre Datenflut aus dem wachsenden Geschäft für Gensequenzierungs-Technologien gibt (Anmerkung der Redaktion: Gen-Sequenzierung beziehungsweise DNS-Sequenzierung ist die Bestimmung der Nukleotid-Abfolge in einem DNS-Molekül. Die Desoxyribonukleinsäure ist ein Bio-Molekül, welches die Gene, also die Erbinformationen, trägt. DNS (DNA ist der englische Ausdruck dafür, denn Säure heißt auf englisch Acid) haben alle Lebewesen und DNS-Viren. Ein Nukleotid ist ein Grundbaustein von Nukleinsäuren, also der DNS und der RNS, Ribonukleinsäure. Ein Nukleotid besteht aus Phosphat, Zucker und einer Base. Viele Arten von Nukleotiden haben lebensnotwendige regulierende Funktionen in den Zellen. Die Gen-Sequenzierung wird mit anderen DNS-analytischen Verfahren unter anderem zur Untersuchung genetisch bedingter Erkrankungen verwendet. Zudem ist die Gen-Sequenzierung eine Schlüsselmethode zur Analyse.).

Dieses Zusammenwachsen der beiden Technologien führt zu Übernahmen: Auf die Gensequenzierung spezialisierte Unternehmen kaufen bereits kleinere IT-Firmen. Große IT-Konzerne versuchen auf dem Gesundheitsmarkt Fuß zu fassen, wie etwa SAP mit der Datenbank HANA. Qiagen hat sich entsprechend durch den Kauf der dänischen Firma CLC Bio verstärkt. Die Anleger trauen einem Bioinformatik-Konzern wesentlich bessere Ergebnisse zu, als einem der nur Diagnostik und Probenvorbereitung betreibt, wie an der jüngsten Kursentwicklung von Qiagen zu sehen ist. Das Marktvolumen für Bioinformatik soll sich im nächsten Jahr auf mehr als zwei Milliarden Dollar verdoppeln. Qiagen ist vor diesem Hintergrund ebenfalls zu einem Übernahmekandidaten geworden, zumal vor allem US-Konzerne in Europa Steuern vermeiden wollen und dazu die Ausgaben für Käufe verwenden. Die als mögliche Käufer von Qiagen gehandelten Unternehmen sind: Sigma-Aldrich, Cepheid, Illumina, Baxter und General Electric. Grundsätzlich sind die Analysten auch ohnedies zuversichtlich: Sie schätzen, Qiagen werde den Umsatz in dem kommenden drei Jahren um durchschnittlich 19 Prozent pro anno erhöhen. Das KGV von hohen 23 für dieses Jahr dürfte allerdings im nächsten Jahr nur auf 21 sinken. Wegen der vielversprechenden Transformation zu einem Bioinformatik-Unternehmen und der Übernahmefantasie bleibt die Aktie allerdings kaufenswert.


Börsenwelt Presseschau (Aus gegebenem Anlass: Der vorhergehende Text ist von der genannten Publikation übernommen sowie üblicherweise sinnwahrend gekürzt und verständlicher formuliert. Anmerkungen der Börsenwelt-Redaktion stehen ausschließlich in Klammern und sind mit dem Vorsatz "Anmerkung der Redaktion" gekennzeichnet. Eine Presseschau gibt Texte anderer Presseorgane wieder, ohne deren Sinn zu verändern. Kollege H. G. hat auf folgendes hingewiesen: Die Bezeichnung "endlos laufender Call-Optionsschein" ist nicht korrekt beziehungsweise irreführend, denn Optionsscheine (im strengen Sinne) haben immer eine Laufzeit. Korrekt müsste es "Turbo-Call-Optionsschein" etc. heißen. Im Sinne der leichteren Lesbarkeit behalten wir jedoch die Formulierung "endlos laufender Call-Optionsschein" bei.)




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