Q-Cells
- Alfred Maydorn - Redakteur

Q-Cells: Übernahme durch Hanwha perfekt – was bleibt für die Aktionäre?

Die wochenlangen Spekulationen haben sich am Wochenende bestätigt. Der südkoreanische Hanwha-Konzern greift bei Q-Cells zu. Weite Teile des insolventen Solarunternehmens werden übernommen. Das teilte Q-Cells am Sonntag mit. Bleibt die Frage, inwieweit die Aktionäre von diesem Deal profitieren.

Bereits am Freitag hatten sich die Gerüchte verdichtet, dass der Hanwha-Q-Cells-Deal perfekt sei. Das hatte den Kurs der Q-Cells Aktie um zeitweise 40 Prozent in die Höhe katapultiert. Nach der Bestätigung am Sonntag legt das Papier weiter zu und notiert am Montagmorgen über 20 Prozent fester bei 0,21 Euro. Ist dieser Kursanstieg gerechtfertigt, oder ist vielleicht sogar noch mehr drin?

Hanwha greift zu

Q-Cells wird in weiten Teilen gerettet. Mit einem Unternehmen der koreanischen Hanwha-Gruppe wurde ein Kauf- und Übertragungsvertrag über den nahezu gesamten Geschäftsbetrieb der Q-Cells SE geschlossen worden. Der Vertrag sieht den Erhalt des Forschungs- und Produktionsstandortes in Thalheim einschließlich des Erhalts von rund drei Viertel der dortigen Belegschaft sowie die vollständige Übertragung der Tochtergesellschaft in Malaysia vor.

Darüber hinaus werden betriebsbezogene Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe übernommen. Der Kaufvertrag sieht zudem einen Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vor. Allerdings sind die von Q-Cells ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen nicht Gegenstand der Vereinbarung.

Es bleiben hohe Schulden

Insgesamt handelt es sich bei dem Deal also nicht um eine Übernahme der kompletten AG - sonst hätte auch ein Kaufpreis pro Aktie veröffentlicht werden müssen - sondern um einen so genannten Asset Deal, bei dem lediglich Teile der aus der Gesellschaft herausgekauft werden. Die Verkaufserlöse fließen in die in insolvente AG, bei der aber Wandelsschuldverschreibungen über rund 800 Millionen Euro ausstehen hat.

Kurzfristiger Höhenflug

Da die Verkaufserlöse bei weitem nicht ausreichen dürften, um die Schulden zu decken, sind die Aktionäre am Ende die leidtragenden des Hanwha-Deals. Sie sind zukünftig Anteilseigner eines Firmenmantels ohne operatives Geschäft, aber mit weiterhin hohen Finanzschulden. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich kurzfristige Kursgewinne der Aktie schnell wieder in Luft auflösen werden. Die Gläubiger - und nicht die Aktionäre - werden am 29. August über die annnahme des Hnawha-Deals entscheiden.

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