Q-Cells
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Q-Cells: Schlimmer als befürchtet

Hohe Abschreibungen und Probleme im operativen Bereich haben den Jahresverlust von Q-Cells deutlich anschwellen lassen. Die am Dienstag vorgelegten Zahlen sind noch schlechter ausgefallen als von Experten erwartet. Auch der Ausblick kann nicht überzeugen.

Das tut weh: Q-Cells hat 2009 einen Nettoverlust in Höhe von 1,4 Milliarden Euro eingefahren. Analysten hatten im Vorfeld nur einen Fehlbetrag in Höhe von 1,0 Milliarden erwartet. Besonders hohe Abschreibungen haben die 2009er-Zahlen stärker als befürchtet belastet. Aber auch im operativen Geschäft läuft es aufgrund des harten Wettbewerbes im Zellgeschäft durch chinesische Anbieter alles andere als rund: Bei einem Umsatz von 0,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,3 Milliarden) wurde ein EBIT in Höhe von minus 0,5 Milliarden Euro  (Vorjahr: plus 0,2 Milliarden) eingefahren.

Veränderungen der Branche

Da sich Q-Cells sich auf "tief greifende Veränderungen in der Branche einstellt" wurden hohe Abschreibungen auf Töchter, die unter anderem Dünnschicht-Module entwickeln, durchgeführt. Auf Buchverluste sowie Abschreibungen auf Portfoliounternehmen entfielen insgesamt rund eine Milliarde Euro. Die Buchwerte von drei Beteiligungen wurden 2009 auf Null abgeschrieben. Hierzu zählen neben der Solaria Corp. die Sovello AG und die Sunfilm AG.

Immerhin: Die liquiden Mittel zum Jahresende lagen mit 0,4 Milliarden Euro höher als erwartet: "Mit diesem Bestand an liquiden Mitteln ist das Unternehmen für das laufende Jahr ausreichend finanziert", so Q-Cells.

Der Ausblick ist vage: "Mit den bereits erfolgten und weiter geplanten Schritten zur Restrukturierung will Q-Cells mit seinem operativen Geschäft auf einen profitablen Wachstumskurs zurückkehren", so Firmenchef Anton Milner. "Wie die Entwicklung konkret verläuft, wird stark von den politisch geplanten Kürzungen für die Solarstromförderung auf dem wichtigen deutschen Markt abhängen."

Dickes Minus

Am Dienstag liegt die Aktie vorbörslich bereits wieder im Minus. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung von gestern (Dickes Sell vor den Zahlen): Das im Rahmen des Spezialreports "Drei Solaraktien vor dem Absturz" empfohlene Short-Zertifikat liegt jetzt fast 100 Prozent im Plus. Zwar kann es immer wieder Gegenbewegungen der Aktie geben, doch der mittelfristige Abwärtstrend ist intakt. Es empfiehlt sich, die Short-Gewinne laufen zu lassen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

4 perfekte Aktien: Bei diesen Werten stimmt einfach alles! +++ Außerdem im Heft: Praktiker ist Pleite - Wer ist der nächste? +++ Q-Cells lebt: Verdienen Sie mit!

Ein Superrechner, der Top-Tipps liefert. Ein System, das Performance verspricht. 4 Aktien, die alle Kriterien einer perfekten Anlage erfüllen. DER AKTIONÄR stellt exklusiv vier Aktien vor, die in jedes Depot gehören. Titel, die zum besten Promille des Aktienuniversums zählen. Außerdem befasst sich die Redaktion mit der Pleite der Baumarktkette Praktiker und der Zukunft von Q-Cells. mehr
| Alfred Maydorn | 0 Kommentare

Q-Cells: Wer kauft denn da?

Die Aktie von Q-Cells notiert zwar nur noch bei 0,069 Euro, der Börsenwert liegt aber mit zwölf Millionen Euro noch immer weit über dem Niveau vergleichbarer Börsenmäntel insolventer Unternehmen. Anscheinend gibt es noch immer Käufer auf dem aktuellen Niveau. Aber wen? mehr