Q-Cells
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Q-Cells: Keine Angst vor der Pleite

Die seit Jahren defizitäre Q-Cells geht in die Offensive. Da immer mehr Kunden daran zweifeln, ob es die angeschlagene Firma auch noch in einigen Jahren gibt, wird nun eine Pleiteversicherung geprüft.

Q-Cells geht in die Offensive. Einem Bericht der FTD zufolge prüft der Solarhersteller die Einführung einer Pleiteversicherung. Damit sollen Sorgen der Kunden zerstreut werden, dass die Produktgarantie für Module im Falle einer etwaigen Pleite der Firma wertlos werden könnte. Die Zeitung schreibt: "Solaranlagenkäufer und Banker schrecken derzeit vor Produkten des Bitterfelder Unternehmens zurück, weil sie fürchten, dass der Solarkonzern in die Insolvenz rutscht und dann bei Garantiefällen nicht mehr zahlen kann, heißt es in Branchenkreisen. (...) Mit diesem Schritt gesteht der Konzern den wachsenden Vertrauensverlust ein. Die Lage ist desaströs: Schrumpfende Nachfrage und ein dramatischer Preisverfall bescherten im vergangenen Quartal riesige Abschreibungen und einen Nettoverlust von 354,8 Mio. Euro - mehr als der Umsatz."

Im Gespräch mit der FTD sagte Q-Cells-Chef Nedim Cen: „Ich bin fest überzeugt, dass wir die Garantiezeiten, die wir geben, auch überleben werden. (...) Wir überlegen im Moment außerdem eine Versicherungslösung für unsere Module, durch die das Modul aber auch nicht zu teuer werden darf."

Q-Cells versucht, das Beste aus seiner schwierigen Situation zu machen. Operativ könnte ein solcher Schritt für etwas Entspannung sorgen. Doch die strategischen Probleme bleiben bestehen. Die Bitterfelder gestehen selbst ein: Bei Großprojekten würden deutsche Banken chinesische Hersteller bevorzugen, weil sie fünf bis acht Prozent billiger sind. Hinzu kommen große Überkapazitäten in der Solarbranche. Einige Experten sprechen davon, dass 2011 nur rund 30 Prozent der Solarfabriken ausgelastet sein werden.

Keine Übernahme

Auch die vage Hoffnung auf eine Übernahme hat sich offenbar zunächst zerschlagen. So habe Q-Cells nach FTD-Informationen mit Omans Staatsfonds und mit einem strategischen Investor aus Taiwan über deren Einstieg verhandelt. Die Pläne seien aber offenbar gescheitert. DER AKTIONÄR hatte bereits auf die geringe Wahrscheinlichkeit einer solchen Lösung hingewiesen.

Weiter meiden

Anleger sollten die Aktie weiter meiden. Q-Cells wird auch in der aktuellen AKTIONÄR-Titelstory die „Solar-Todesliste" besprochen.  

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

4 perfekte Aktien: Bei diesen Werten stimmt einfach alles! +++ Außerdem im Heft: Praktiker ist Pleite - Wer ist der nächste? +++ Q-Cells lebt: Verdienen Sie mit!

Ein Superrechner, der Top-Tipps liefert. Ein System, das Performance verspricht. 4 Aktien, die alle Kriterien einer perfekten Anlage erfüllen. DER AKTIONÄR stellt exklusiv vier Aktien vor, die in jedes Depot gehören. Titel, die zum besten Promille des Aktienuniversums zählen. Außerdem befasst sich die Redaktion mit der Pleite der Baumarktkette Praktiker und der Zukunft von Q-Cells. mehr
| Alfred Maydorn | 0 Kommentare

Q-Cells: Wer kauft denn da?

Die Aktie von Q-Cells notiert zwar nur noch bei 0,069 Euro, der Börsenwert liegt aber mit zwölf Millionen Euro noch immer weit über dem Niveau vergleichbarer Börsenmäntel insolventer Unternehmen. Anscheinend gibt es noch immer Käufer auf dem aktuellen Niveau. Aber wen? mehr