Q-Cells
von Alfred Maydorn - Redakteur

Q-Cells: Das Opfer von Erpressern? Gibt es noch Hoffnung?

Die plötzliche Insolvenz von Q-Cells nach den Klagen einiger Anleihegläubiger wirft eine Menge Fragen auf. Hätte die Insolvenz von Q-Cells verhindert werden können? Ist der Solarkonzern lediglich das Opfer von Finanz-Erpressern geworden? Gibt es vielleicht noch Hoffnung für die Aktionäre?

Mit der bereits genehmigten Umschuldung hätte das angeschlagene Solarunterenehmen Q-Cells gerettet werden können - wären da nicht die Klagen einzelner Anleihebesitzer gewesen, bei denen es sich offensichtlich um Berufskläger gehandelt hat, schreibt die FAZ. Dabei geht es den Klägern weniger um ihre Anleihen, sondern vielmehr darum, Geld zu erpressen.

In den Fängen der Berufskläger

Auch bei Q-Cells sollen bekannte Kläger versucht haben, den Konzern unter Druck zu setzen, um sich die Klagen abkaufen zu lassen. Nach Informationen der FAZ soll einer der Kläger lediglich eine einzelne Anleihe besessen haben, die er auch noch zu einem Schnäppchenpreis gekauft habe.

Eigentlich hätte das vor drei Jahren eingeführte neue „Schuldverschreibungsgesetz" den erpresserischen Machenschaften einen Riegel vorschieben sollen, doch Frankfurter Gerichte verwiesen bereits bei der Pfleiderer-Pleite auf rechtliche Probleme. Q-Cells sah ebenfalls wenig Chancen auf Erfolg und sparte sich den Gang zum Gericht - die logische Folge war die Insolvenz des Solarkonzerns.

Wege aus der Insolvenz?

Anscheinend ist Q-Cells das Opfer erpresserischer Berufskläger geworden, wenngleich auch mit der geplanten Umschuldung ein langfristiges Überleben ungewiss gewesen wäre. Aber zumindest hätte der Konzern die Chance gehabt. Jetzt dürfte es schwierig werden, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und einen Weg aus der Insolvenz zu finden. Das ist bisher noch keiner insolventen Solarfirma gelungen und dürfte auch bei Q-Cells nicht anders sein.

Für die Aktionäre ändert sich eigentlich nur wenig, denn auch wenn die geplanten Kapitalmaßnahmen durchgeführt worden wären, wäre ihr Anteil am Unternehmen auf nur noch fünf Prozent zusammengeschmolzen, was sich ähnlich negativ auf den Kursverlauf ausgewirkt hätte.

Vergleichsweise teuer

Beim aktuellen Kurs von 0,136 Euro wird Q-Cells übrigens noch mit 24 Millionen Euro bewertet. Die Bewertungen der insolventen Solarunternehmen Solon, Solar Millennium und Solarhybrid liegen zwischen einer und zwei Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund ist eher mit weiter fallenden Kursen bei Q-Cells zu rechnen, wenn es nicht doch zu einem Wunder kommt.

| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

4 perfekte Aktien: Bei diesen Werten stimmt einfach alles! +++ Außerdem im Heft: Praktiker ist Pleite - Wer ist der nächste? +++ Q-Cells lebt: Verdienen Sie mit!

Ein Superrechner, der Top-Tipps liefert. Ein System, das Performance verspricht. 4 Aktien, die alle Kriterien einer perfekten Anlage erfüllen. DER AKTIONÄR stellt exklusiv vier Aktien vor, die in jedes Depot gehören. Titel, die zum besten Promille des Aktienuniversums zählen. Außerdem befasst sich die Redaktion mit der Pleite der Baumarktkette Praktiker und der Zukunft von Q-Cells. mehr
| Alfred Maydorn | 0 Kommentare

Q-Cells: Wer kauft denn da?

Die Aktie von Q-Cells notiert zwar nur noch bei 0,069 Euro, der Börsenwert liegt aber mit zwölf Millionen Euro noch immer weit über dem Niveau vergleichbarer Börsenmäntel insolventer Unternehmen. Anscheinend gibt es noch immer Käufer auf dem aktuellen Niveau. Aber wen? mehr
Diskutieren Sie mit:
Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.
Das DAF Deutsches Anleger Fernsehen ist über ASTRA digital sowie über verschiedene Kabelnetze frei zu empfangen. Darüber hinaus ist das Programm über das eigene Online-Portal www.daf.fm zu sehen, sowie über das IPTV-Netz (Entertain) der Dt. Telekom. In der kostenfreien Mediathek stehen sämtliche Beiträge und Interviews - mittlerweile über 35.000 Videos zu mehr als 3.000 Einzelwerten - zur Verfügung.