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Putschen auf thailändisch

Am 20. September rollten durch Bangkok Panzer der thailändischen Armee. Ihren Einsatz befohlen hatte General Sonthi Boonyaratglin. Er ist der Kopf einer Militärjunta, die sich gegen den Regierungschef Thaksin Shinawatra richtete, der sich zu diesem Zeitpunkt im Ausland aufhielt. An den Börsen wurde die Nachricht vom Putsch im ersten Moment mit Erschrecken aufgenommen.

Der Militärputsch in Thailand ließ die Anleger weltweit aufhorchen. Droht nun ein Rückfall in alte Zeiten? Oder lohnt sich jetzt ein Einstieg in "Thai-Aktien"?

Am 20. September rollten durch Bangkok Panzer der thailändischen Armee. Ihren Einsatz befohlen hatte General Sonthi Boonyaratglin. Er ist der Kopf einer Militärjunta, die sich gegen den Regierungschef Thaksin Shinawatra richtete, der sich zu diesem Zeitpunkt im Ausland aufhielt. An den Börsen wurde die Nachricht vom Putsch im ersten Moment mit Erschrecken aufgenommen. Anleger fühlten sich an 1997 erinnert, als Thailand Auslöser der ersten großen Asien-Krise war. Damals führte eine schlagartig einsetzende Flucht aus der thailändischen Währung Baht zu einer Kettenreaktion an den übrigen südostasiatischen Finanzmärkten.

Putschen hat "Tradition"

Dabei haben Militärputschs in Thailand fast schon „Tradition“. Zwischen 1933 und 1991 wurden sage und schreibe 18 Regierungen mehr oder weniger gewaltsam vom Militär abgesetzt. Das sorgte nicht nur für erhebliche innenpolitische Spannungen im Land, die Umstürze waren auch ein Grund für die schlechte Wirtschaftslage. Dass diesmal nun alles anders verlaufen könnte, haben die Tage nach dem Einmarsch der Soldaten in Bangkok gezeigt. Die Absetzung der Regierung verlief weitestgehend unblutig und wurde von einem großen Teil der Bevölkerung mitgetragen. Umfragen zufolge billigen mindestens 80 Prozent der Thais das Vorgehen des Militärs. Unterstützung bekommt die Junta auch vom thailändischen König Bhumibol Adulyadej, der Sonthi Boonyaratglin am 22. September zum neuen Regierungschef ernannte. Dieser versprach ein baldiges Ende der Militärregierung und freie Wahlen im Oktober 2007. Bis dahin soll eine neue Verfassung erarbeitet und der Staatsapparat von Gefolgsleuten von Shinawatra, dem man Korruption und Vetternwirtschaft vorwirft, „gesäubert“ werden.

Börsenprofis sehen Einstiegskurse

Allgemein geht man an den Finanzmärkten davon aus, dass der Putsch in Thailand das Wirtschaftswachstum im Land nicht langfristig bremsen wird. So erklärte der bekannte Fondsmanager Mark Mobius, der unter anderem den Templeton Thailand Fonds verwaltet, in einem Interview, dass er bei Kursschwächen thailändischer Aktien seine Positionen im Fonds weiter aufstocken werde.

Wie sich die thailändische Börse weiterentwickeln wird, dürfte aber vor allem vom Verhalten der Militärs abhängen. Richtig ist, dass der Putsch einen, wenn auch undemokratischen, Befreiungsschlag darstellt. Das Land litt zuletzt vor allem unter einer politischen Orientierungslosigkeit, die auch dazu führte, dass die Verbraucher ihre Ausgaben deutlich reduzierten. Öffentliche und private Investitionen blieben weitestgehend aus. Andererseits wecken Äußerungen aus dem Lager der Putschisten Zweifel an deren Willen, die Staatsgeschäfte schnellstmöglich einer demokratisch legitimierten Regierung zu übergeben. So waren ursprünglich bereits für Ende des laufenden Jahres Neuwahlen angesetzt. Diese wurden nun kommentarlos auf Oktober nächsten Jahres verschoben. Damit bleibt zur Zeit jedes Investment in thailändische Aktien mit hohen Risiken verbunden. Anleger, die dennoch in „Thai-Aktien“ investieren möchten, sollten vorerst auf ausländische Unternehmen zurückgreifen, die in Thailand aktiv sind. Die Minengesellschaft Kingsgate zum Beispiel ist so ein Unternehmen.

Den Firmensitz hat Kingsgate in der australischen Metropole Sydney. Die Hauptgeschäftstätigkeit, die Chatree-Mine, liegt jedoch in Thailand, rund 280 Kilometer nördlich von Bangkok. In ihr wird seit 2001 Gold und Silber gefördert. Im laufenden Jahr sollen es 140.000 Unzen Gold und 460.000 Unzen Silber sein. Die Produktionskosten belaufen sich dabei beim Gold auf 206 Dollar je Unze. Die Mine verfügt derzeit über Goldressourcen von 3,8 Millionen Unzen und über Reserven von 1,8 Millionen Unzen. Aufgrund eines neuen Gesetzes, das den Einfluss Thailands auf die heimischen Bodenschätze sichern soll, wird Kingsgate im November 2006 51 Prozent seiner Anteile an der Chatree-Mine an „Thai-Investoren“ abtreten. Diese Regelung ist aber seit langem bekannt und wird vom Unternehmen selbst aktiv vorangetrieben.

Eine gute Alternative

Derzeit fällt es schwer, eine sichere Prognose über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung in Thailand zu geben. Jetzt ist vor allem das Militär gefordert, seinen Einfluss auf die Staatsgeschäfte sukzessive zurückzufahren und einem demokratischen Comeback Hilfestellung zu leisten. Engagements in „Thai-Aktien“ bleiben damit riskant. Das Kingsgate-Papier bietet jedoch eine gute Alternative. Das Unternehmen ist über die Chatree-Mine stark in Thailand investiert, selbst aber nicht im Land ansässig. Zudem profitiert Kingsgate von der langfristigen Edelmetallhausse, für die DER AKTIONÄR in den kommenden Monaten eine Fortsetzung erwartet.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 41/2006.

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