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Mit dem Kauf von Reebok hat der Sportartikelkonzern adidas-Salomon seinen Konkurrenten Nike in arge Bedrängnis gebracht. Die Amerikaner könnten jetzt mit einem Angriff auf den fränkischen Nachbarn Puma kontern.

Mit dem Kauf von Reebok hat der Sportartikelkonzern adidas-Salomon seinen Konkurrenten Nike in arge Bedrängnis gebracht. Die Amerikaner könnten jetzt mit einem Angriff auf den fränkischen Nachbarn Puma kontern.

von Steffen Eidam

Dieser Angriff hat gesessen! Dank der Übernahme des bislang zweitgrößten US-Sportartikelherstellers Reebok hat adidas-Salomon dem Branchenprimus Nike eine schmerzhafte Heimniederlage beigebracht. Branchenkennern zufolge wird Nike schon bald zum Gegenangriff ausholen, um die Pleite gegen die Deutschen wieder vergessen zu machen. Der Konter kann eigentlich nur über Puma laufen.

1:0 für adidas

Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein: adidas-Salomon übernimmt Reebok für 3,8 Milliarden Dollar. Mit einem mal schnellt der US-Marktanteil der Herzogenauracher von neun auf knapp 22 Prozent hoch. Während sich für Nike eine empfindliche Heimschlappe anbahnte, sprach adidas-Teamleader Herbert Hainer davon, "voll auf Sieg spielen zu wollen." Doch Nike wäre nicht Nike, würde man diese Schmach tatenlos auf sich beruhen lassen. Am Markt machen Gerüchte die Runde, wonach sich Firmengründer Phil Knight gemeinsam mit CEO William D. Perez bereits auf eine Taktik geeinigt hätte: Dem schnellen Gegenstoß!

1:1 dank Puma?

Viele Gründe sprechen derzeit für einen Angriff auf Puma. Während die Akquise anderer Wettbewerber teils mit massiven Problemen verbunden ist, stellt der ebenfalls aus Herzogenaurach stammende adidas-Nachbar für Nike eine attraktive Ergänzung dar. Puma hat sich als Lifestyle-Label etabliert, die Produktpaletten überschneiden sich kaum und darüber hinaus legen die Franken ein enormes Wachstumstempo vor. Anders als bei der Nummer Drei in den USA, New Balance, würden die Kartellbehörden wohl keinen Ärger machen.

Zudem befinden sich 83 Prozent der Puma-Aktien im Streubesitz - ein sehr wichtiger Aspekt für eine Übernahme. Die Großaktionäre Günter und Daniela Herz (17 Prozent) würden ein großzügiges Angebot von Nike wohl kaum ausschlagen. Und für die reichen Amerikaner wäre selbst ein Kaufpreis in Höhe von 4,5 Milliarden Euro, wie ihn Insider zuletzt taxierten, kein ernsthaftes Problem. Unabhängig davon hätte die Übernahme eines Sahnestückchens wie Puma ein gewisses Prestige.

Nike puscht die Konkurrenz

Wie stark Nike ist, hat der weltgrößte Sportschuhhersteller im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dank eines sehr starken Inlandsgeschäfts kletterte der Umsatz im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar (davon entfielen eine Milliarde auf Sportschuhe). Der Gewinn stieg um rasante 32 Prozent auf 432,3 Millionen Dollar oder 1,61 Dollar je Aktie an (Prognose: 1,42 Dollar). Auch der Auftragseingang und die Aussichten auf das laufende Geschäft sind durchweg positiv. Wen wundert's, dass die Anteilsscheine von Nike nach Bekanntgabe der Zahlen mehr als sechs Prozent zugelegt haben. Aber auch die Papiere von adidas und Puma wurden vom Schwung des Wettbewerbers mitgerissen. Nach der Reebok-Schmach bietet die Nike-Aktie Aufholpotenzial. Dabei könnte eine mögliche Puma-Übernahme das eine oder andere zusätzliche Prozent herauskitzeln.

Das gilt natürlich erst recht für den fränkischen Konzern mit der Raubkatze im Logo. Obwohl die Puma-Aktie zuletzt etwas heiß gelaufen ist, würden die Titel von der Nike-Fantasie außerordentlich profitieren. Zum Nachbarn adidas-Salomon äußerten sich zuletzt wieder viele Analysten positiv. Spätestens wenn die Marke Reebok auf Europa-Tournee geht, sollte der Kurs wieder in Richtung Norden drehen.

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