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Pulsion: Drei gute Gründe

Bei Pulsion läuft´s rund: Die Zahlen für das erste Halbjahr überzeugten, der Ausblick ebenso. Auch der Aktienkurs sollte mitziehen. DER AKTIONÄR hat mit Pulsion-Finanzvorstand Stefan Land (Foto) über den aktuellen Geschäftsverlauf bei Pulsion gesprochen.

Bei Pulsion läuft´s rund: Die Zahlen für das erste Halbjahr überzeugten, der Ausblick ebenso. Auch der Aktienkurs sollte mitziehen. DER AKTIONÄR hat mit Pulsion-Finanzvorstand Stefan Land über den aktuellen Geschäftsverlauf bei Pulsion gesprochen.

Herr Land, die Pulsion Medical Systems AG produziert und vertreibt gering invasive Diagnose- und Überwachungssysteme. Das Flaggschiff Ihres Unternehmens ist die PiCCO-Technologie, die dem Patienten die bisherige Standardmethode, den wesentlich riskanteren Rechtsherzkatheder, erspart. Wo liegen die Vorteile gegenüber konkurrierenden Systemen?

Die Medizin arbeitet überall daran, Vorgänge im Körper genauer und umfassender zu erkennen, um schneller eine bessere Therapie ansetzen zu können. Unsere PiCCO-Technologie erlaubt es den Ärzten einerseits mit zusätzlichen und genaueren Parametern eine schnellere und wesentlich fundiertere Diagnose zu stellen, um damit frühzeitig eine angemessene Therapie starten zu können und andererseits bietet die PiCCO-Technologie erhebliche Kosten- und Zeiteinsparungen. Zudem werden die Risiken für den Patienten deutlich reduziert.

Die Technologie soll ja zukünftig auch an die Patientenmonitoringsysteme eines weiteren Global Players, General Electric Healthcare, angebunden werden. Weiteres Potenzial sollte sich auch durch die bestehenden Kooperationen mit Philips und Dräger ergeben, Wie schätzen Sie dies ein?

Diese Lizensierungen und möglichen Anbindung and das PiCCO-System sind strategisch äußerst wichtig und zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Nur wenn medizinisch wichtige Parameter zusätzlich über die großen Systemanbieter im Intensivbereich der Krankenhäuser verfügbar sind, kann man die Technologieführerschaft erreichen. Wir glauben, dass uns der Vermarktungsstart der PiCCO-Technologie innerhalb des Dräger-Systems und die neuen Anbindungsmöglichkeiten bei GE Healthcare zukünftig weiteren Auftrieb geben und unseren Wettbewerbsvorsprung untermauern wird.

Die Sepsis ist ja die häufigste Todesursache von Patienten im Intensivbereich der Krankenhäuser und kostet mehr Leben als Brust-, Darm-, Bauspeicheldrüsen- und Prostatakrebs zusammen. Mit CeVOX haben Sie ein neues Produkt, das zur Sepsisfrüherkennung und besseren Therapie dient. Wie läuft die Vermarktung?

CeVOX misst die zentralvenöse Sauerstoffsättigung im Blut unmittelbar vor dem Herzen und dient damit der Früherkennung einer drohenden Sepsis. Unser Vorteil gegenüber herkömmlichen Messmethoden liegt auch hier in der klaren Kosten- und Zeiteinsparung und der weiteren Risikoreduzierung für den Patienten. Wir haben Ende Mai mit dem aktiven Vertrieb begonnen und sind bisher von der Marktnachfrage wirklich positiv überrascht.

Mit CiMON haben Sie ein weiteres Produkt in der Pipeline. Wie ist dort der Stand der Dinge?

Mit CiMON, einem Gerät zur Messung der überlebensrelevanten Drucke in Bauch und Brustkorb, haben wir bereits die nächste Monitoring-Technologie einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Damit werden wir, neben unseren bestehenden Produktlinien, eine weitere Technologie für das Management schwer kranker Patienten in der Notfall- und Intensivmedizin den Krankenhäusern zur Verfügung stellen. CiMON befindet sich derzeit in der Vorbereitung zur Serienproduktion und wir hoffen im ersten Quartal 2006 damit aktiv im Markt starten zu können.

Welchen Umsatz- und Ergebnisbeitrag erwarten Sie von diesen Innovationen im laufenden und in den nächsten Jahren?

Ich kann Ihnen sagen, dass wir uns bereits in den nächsten zwei Jahren sichtbare Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwarten. Wir glauben, dass CeVOX eine größere Gewichtung erringen wird und auch schneller sein kann, da es sich hier um einen Parameter - nämlich die Messung der zentralvenösen Sauerstoffsättigung im Blut handelt - der in der Medizin seit vielen Jahren sehr bekannt ist. PULSION bietet nunmehr mit dem CeVOX eine wesentlich bessere und kostengünstigere Alternative, die noch dazu eine kontinuierliche Überwachung leistet.

Es gab Irritationen mit dem im März zurückgetretenen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Pfeiffer - zuletzt diskutiert auf der Hauptversammlung. Diese Unsicherheit spiegelte sich auch lange im Aktienkurs wieder. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Das ist richtig. Allerdings hat sich eine große Mehrheit der Aktionäre auf der Hauptversammlung eindeutig für die Vorschläge der Verwaltung ausgesprochen. Damit haben wir ein klares Signal erhalten, dass der eingeschlagene Weg unterstützt wird. Der Vorstand geht mit diesem Vertrauen der Aktionäre verantwortungsvoll um, und wird die Vermarktung und den Ausbau der Wettbewerbsposition der bestehen Technologieplattformen in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten stellen. Dies heißt aber keineswegs, dass wir die Innovationskraft des Unternehmens aus dem Auge verlieren werden.

Das erste Quartal fiel mit einem Umsatzplus von 24 Prozent auf 4,6 Millionen Euro und einem Gewinnsprung von 0,1 auf 0,6 Millionen außerordentlich gut aus - ein Wachstumstrend, der sich in diesem Maße auch für das Gesamtjahr fortschreiben lässt oder einfach nur ein überraschend gutes erstes Quartal?

Das erste Quartal ist ein klares Resultat unserer Strategie und der damit verbundenen Umsetzung unseres Geschäftsmodells. Durch die kontinuierliche Verbreiterung unserer installierten Basis an Geräten in den Krankenhäusern - damit meinen wir die Installation unserer Geräte über unseren eigenen Vertrieb oder über unsere strategischen Partner Philips Medical Systems und Dräger Medical - steigt der Verbrauch an unseren Einmalartikeln die man zur Anwendung benötigt. Damit lassen sich sehr robuste Umsatzzuwächse und Ergebnisbeiträge realisieren, die wir auch zukünftig weiterhin steigern wollen.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Wachstumstreiber für die Pulsion Medical Systems in den nächsten Jahren?

Der Markt bzw. unsere Kunden fordern bei der Analyse und Betreuung schwerkranker Patienten zukünftig weitere Kostenreduzierungen und eine geringere Invasivität für den Patienten. Durch die damit verbundene geringere Belastung für den Patienten, reduzieren sich die Risiken für Arzt und Patienten weiter. Zudem treibt die demografische Entwicklung in den wichtigsten Industrienationen dieser Welt die Gesundheitssysteme weiter auf unsere effizienten Technologien zu.

PULSION hat diese Trends bereits vor Jahren erkannt und mit PiCCO, LiMON, IC-VIEW, CeVOX und zukünftig CiMON bereits fünf innovative Technologieplattformen, die diesen Trend in besonderem Maße Rechnung tragen. Wir glauben, dass wir damit bereits heute sehr gut aufgestellt sind und das Marktwachstum damit deutlich übertreffen können.

Aus welchen Gründen sollten Anleger die Aktie von Pulsion Medical System in ihrem Depot haben?

Lassen Sie mich das in drei Punkten zusammenfassen:

Erstens: Die MedTech- und Life Science Branche ist seit Jahren ein stabiler Wachstumssektor, der sich nach Meinung der Analysten auch weiterhin so entwickeln wird.

Zweitens: Die Amerikaner nennen unsere Strategie "das Rasor-Blade-Modell" in Anlehnung an den Rasierapparat und die Klinge, die Sie täglich dafür brauchen, wenn Sie diesen benutzen. Wir haben über unseren eigenen Vertrieb, Händler und über unsere Lizenzpartner, Philips Medical Systems und Dräger Medical bereits heute mehrere tausend Verbraucher in den Kliniken installiert, die täglich unsere Einmalartikel benötigen. Damit ist für Stabilität und Wachstum gesorgt.

Drittens: Unsere innovativen Technologien erzielen bereits heute eine Bruttomarge vom Umsatz von circa 70%. Zukünftiges Mengenwachstum wird uns die Realisierung von weiteren Skaleneffekten ermöglichen.

Herr Land, wir bedanken uns für das Gespräch.

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