PSI F.PR.U.SYS. NA
von Florian Söllner - Leitender Redakteur

PSI: Ziel verfehlt; Hoffnung Smart-Grid

Startet nun endlich der Ausbau der Energienetze? Es gibt positive politische Signale. Dies könnte das Geschäft der PSI AG wieder ankurbeln. Denn erneut wurden die Ziele (teilweise) verfehlt.

Trotz der Energiewende stockt der Ausbau der Stromnetze. Denn Versorger verfügen aufgrund des Atomausstiegs über weniger freies Kapital und sind verunsichert. Dabei ist eine verbesserte Infrastruktur notwendig, um die zahlreichen neuen Wind- oder Solaranlagen zu integrieren. Doch es gibt Hoffnung. Auf der Internationalen Handwerksmesse betonte gerade Philipp Rösler, dass die Infrastrukturentwicklung nach der Wiedervereinigung nur deshalb so gut funktioniert habe, weil es ein Planungsbeschleunigungsgesetz gab. Ein solches forderte Rösler daher auch für die Beschleunigung der Energiewende. Seehofer stimmt dem auf einer Podiumsdiskussion spontan per Handschlag zu.

Jahresbeginn wieder stärker

Dieser Handschlag könnte auch das Geschäft der PSI AG wieder in Schwung bringen. Denn deren Software zum Management von Stromnetzen war aufgrund der stockenden Investitionen zuletzt deutlich weniger gefragt. Nach einer Gewinnwarnung im Oktober wurden nun auch die reduzierten Ziele für 2011 nicht komplett erreicht. Zwar lag der operative Gewinn mit 10,7 Millionen Euro (plus 13 Prozent) im Zielkorridor von 10 bis 11 Millionen Euro. Doch die Vorgaben beim Auftragseingang wurden verfehlt. Statt erhoffter 185 Millionen Euro gingen 2011 nur neue Bestellungen in Höhe von 174 Millionen Euro ein.

Immerhin: 2012 soll es nun besser werden. PSI strebt einen Auftragseingang von 190 Millionen Euro, ein Umsatzwachstum auf mehr als 180 Millionen Euro und eine Steigerung des Betriebsergebnisses auf 13 bis 16 Millionen Euro an. Mit einem gegenüber dem Vorjahr 36 Prozent höheren Auftragseingang in den ersten zwei Monaten hat PSI bereits gut vorgelegt.

Kaufsignal abwarten

Das 2012er-KGV liegt bei ambitionierten 26 und das 2013er-KGV immerhin noch bei 16. Anleger sollte sich zunächst trotz der weiterhin intakten Smart-Grid-Fantasie noch zurückhalten. Das Papier ist gerade an der 38-Tage-Linie gescheitert. Erst beim Überschreiten der charttechnischen Marke bei 18 Euro würde wieder ein Kaufsignal geniert.

| Florian Söllner | 0 Kommentare

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