ProSiebenSat.1
- Nikolas Kessler - Redakteur

ProSiebenSat.1 erwägt Börsengang des Digitalgeschäfts

ProSiebenSat.1 ist seit längerem unter Druck: Während im klassischen TV-Geschäft die Marktanteile und Werbeeinnahmen schrumpfen, verliert die Digitalsparte als potenzieller Heilsbringer an Strahlkraft. Möglicherweise soll eine Abspaltung die Begeisterung der Investoren wieder entfachen.

Gänzlich abgeneigt ist ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling der Idee nicht, im Gegenteil: „Der Teil-IPO eines Bereichs wie unseres Commerce-Geschäfts kann eine Option sein“, sagte er im Interview mit dem Manager Magazin.

Zwar stehe diesbezüglich kurzfristig nichts an und es gebe auch keinen Zeitdruck, erste Schritte in diese Richtung hält Ebeling aber noch vor seinem geplanten Abschied im Jahr 2019 für möglich. Ziel sei es „zusätzlichen Shareholder Value zu generieren, indem wir weitere Wertpotenziale schaffen oder aufdecken“, so der ProSieben-CEO. Davon hätten dann auch die Investoren etwas.

Sinkende Abhängigkeit

In der jüngeren Vergangenheit haben sich die digitalen Aktivitäten zum größten Wachstumstreiber von ProSiebenSat.1 entwickelt und über die Schwäche im klassischen TV-Geschäft hinweggeholfen. Mit einem Anteil von rund 50 Prozent am Konzernumsatz ist ProSieben dank der frühzeitigen Digitalisierung weit weniger abhängig vom Werbegeschäft als viele europäische Konkurrenten – beim französischen Sender TF1 lag der Anteil 2016 beispielsweise bei 74 Prozent.

Ob und inwieweit eine Aufspaltung oder Sparten-IPO vor diesem Hintergrund sinnvoll ist, hinge nach Einschätzung des AKTIONÄR von der konkreten Umsetzung ab.

Auf der Watchlist

Die Anleger reagieren am Freitag einigermaßen indifferent auf die Meldung. Trotz eines kleinen Plus steht auf Wochensicht ein Verlust von rund vier Prozent zu Buche. Eine Umsatzwarnung des britischen Werbe-Riesen WPP hatte die europäische Medienbranche in Aufruhr versetzt. Die ProSieben-Aktie hatte daraufhin ihre Talfahrt fortgesetzt. In Anbetracht des trüben Chartbildes sollten Anleger weiterhin an der Seitenlinie bleiben.

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| Christian Scheid | 0 Kommentare

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