ProSiebenSat.1
- Andreas Deutsch - Redakteur

ProSiebenSat.1: Absoluter Horror-Chart

Der Kurssturz der ProSiebenSat.1-Aktie will einfach nicht aufhören. Am Donnerstag verliert der Titel zwei Prozent und stürzt auf den tiefsten Stand seit 2011. Am Markt herrscht mittlerweile Panik, die Streamingdienste könnten das Ende des Privatfernsehens bedeuten. Lohnt sich ein antizyklischer Einstieg?

Netflix, Hulu, Amazon Prime, bald auch Apple TV+ und Disney+ – die Zuschauer haben die Qual der Wahl bei Filmen und Serien. Die Frage ist: Wo ist da noch Platz für ProSiebenSat.1? Viele Anleger haben den TV-Konzern schon abgeschrieben. Ihre Befürchtung: Werbung verlagert sich zunehmend in den Streamingbereich, weil sich dort die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen tummelt. Auch wenn klassische TV-Anbieter in Sachen Video on Demand mit von der Partie sein wollen: Mit den Milliarden-Budgets der Großen wie Apple, Netflix und Co können TV-Konzerne kaum mithalten.

Der Absturz von ProSiebenSat.1 könnte Finanzinvestoren auf den Plan rufen. Der Finanzinvestor KKR ist bereits in Deutschland aktiv und meldete die Übernahme der Tele München Gruppe (TMG) vom bisherigen Medienunternehmer Herbert Kloiber. KKR kündigte auch an, mit TMG eine Plattform zu schaffen, die vom Filmset bis ins Kino und zur TV-Auswertung die komplette Wertschöpfungskette mit starker eigener Produktion abdeckt. Mit dem kurz darauffolgenden Kauf von Universal Film unterstrich der Finanzinvestor sein Interesse an deutschen Medienfirmen. Vor diesem Hintergrund rückt mit etwas Fantasie auch ProSiebenSat.1 wieder in den Blickpunkt.

In der nebenstehenden Ableitung möglicher Unternehmenswerte für die einzelnen Sparten lässt sich durchaus ein weiterer Grund für den Einstieg eines aktivistischen Investors finden. Filetiert in kleinere Einheiten wäre durchaus mehr drin als der aktuelle Kurs hergibt.

Nichts für schwache Nerven

Operativ lassen sich derzeit allerdings wenig Kaufgründe für ProSiebenSat.1 finden, auch wenn die Aktie ein 2019er-KGV von nur 6 und eine Dividendenrendite von 9,5 Prozent aufweist. Die Aktie ist bestenfalls eine Heuschreckenwette.

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