ProSiebenSat.1 Media
von Michael Herrmann - Redakteur

ProSiebenSat.1: Springer siegt – Deutsche Bank hebt Kursziel an

Die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Axel Springer hätte nicht abgelehnt werden dürfen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof heute entschlossen. Die Deutsche Bank hat unterdessen ihre Kaufempfehlung für die Aktie von ProSiebenSat.1 bestätigt und das Kursziel angehoben

Die Richter des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH) haben das Verbot der Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Axel Springer für rechtswidrig erklärt. Die für die Absage zugrundeliegende KEK-Entscheidung sei "mit dem Rundfunkstaatsvertrag unvereinbar". Die Behörde habe mit dem Urteil ihren Handlungsspielraum "in mehrfacher Hinsicht überschritten".

Zu geringer Marktanteil

Bis zu einem Marktanteil von 25 Prozent wäre laut BayVGH eine Austockung der Anteile an ProSiebenSat.1 unbedenklich gewesen. Zum Zeitpunkt der geplanten Übernahme im Jahr 2006 habe die Sendergruppe lediglich einen Marktanteil von 22 Prozent gehabt, und damit deutlich weniger als 25 Prozent. Somit hätte der Einfluss der Springer-Medien nicht berücksichtigt werden dürfen.

Einziger TV-Sender auf der Einkaufsliste

Noch vor Bekanntgabe des Urteils des BayVGH hat die Deutsche Bank das Kursziel für ProSiebenSat.1 von 22 auf 24 Euro angehoben. Analystin Laurie Davison habe den Bewertungsabschlag für die Finanzierungsrisiken gestrichen. ProSiebenSat.1 habe immer noch deutliches Aufwärtspotenzial und sei der einzige europäische TV-Sender, den sie mit "Buy" bewertet, zumal der aktuelle Der Kurs noch immer 20 Prozent unter dem Jahreshoch von 2011 liegt.

Deutlich zu günstig

In der Tat ist ProSiebenSat.1 einer der attraktivsten Medienwerte Europas. Die Fernsehquoten sind stark. Zudem hat der MDAX-Konzern den Grundstein für zusätzliches Wachstumspotenzial im Online-Bereich gelegt. Durch das Urteil des BayVGH könnte zudem wieder eine leichte Übernahmefantasie aufkommen. Mit einem KGV von 10 und einer Dividendenrendite von rund neun Prozent ist die Aktie vor diesem Hintergrund deutlich zu günstig bewertet und damit ein klarer Kauf.

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