ProSiebenSat.1
- Nikolas Kessler - Redakteur

ProSiebenSat.1: Erstmal durchatmen

Im freundlichen Gesamtmarkt legt die Aktie von ProSiebenSat.1 am Freitag fast drei Prozent zu. Damit kann sie sich etwas von ihrer Talfahrt am Donnerstag erholen und den Absturz auf ein neues Mehrjahrestief abwenden. Strukturelle Probleme und der trübe Chart mahnen aber weiterhin zur Vorsicht.

Sorge um die Entwicklung des TV-Werbemarkts belasten die europäischen Medienkonzerne seit Jahren und haben auch bei ProSiebenSat.1 maßgeblich zum heftigen Kursverfall der Aktie beigetragen. In einer Branchenstudie hat am Donnerstag auch die US-Investmentbank Merrill Lynch den Finger in die Wunde gelegt. Speziell die Sender in Deutschland und Großbritannien stünden bei der Disruption „in vorderster Front“, schrieb Analyst Adrien de Saint Hilaire mit Blick auf den beschleunigten Trend hin zu Online-Video-Angeboten von Netflix, Amazon und Youtube.

Mehr Online-Geschäft, weniger Dividende

Gegen den Strukturwandel im Unterhaltungssektor versucht das ProSieben-Management mit Investitionen gegenzusteuern. So hat die Commerce-Tochter NuCom erst in dieser Woche die Mehrheit am Online-Portal Aroundhome übernommen. Zudem hatte ProSiebenSat.1 im November eine Dividendenkürzung für 2018 in Aussicht gestellt, um mehr finanziellen Spielraum für die erforderlichen Maßnahmen zu haben.

Auch der Merrill-Lynch-Analyst ruft in der Studie nach Diversifizierung und stärkerem Online-Engagement, warnt gleichzeitig aber sinkenden Gewinnmargen wegen geringerer Renditen in diesem Bereich. Abhilfe könnte zudem eine Konsolidierung in der Branche schaffen, dass sei jedoch schwierig zu realisieren, räumt der Experte ein.

Entsprechend hat er unter anderem die ProSieben-Aktie auf „Underperform“ abgestuft und das Kursziel auf 14 Euro gesenkt. Die Aktie ist daraufhin am Donnerstag um fast sechs Prozent eingeknickt und drohte auf ein neues Mehrjahrestief zu stürzen.

Neues Tief vorerst abgewendet – Aktie auf der Watchlist

Kurz vor einem erneuten Test des Anfang Januar erreichten 7-Jahres-Tief bei 13,90 Euro drehte der Kurs jedoch wieder nach oben. Vor dem Wochenende kann die Aktie somit einen Teil der Verluste aufholen, für eine spürbare Verbesserung des angeschlagenen Chartbildes reicht das Plus von fast drei Prozent aber bei weitem nicht. Die Aktie von ProSiebenSat.1 bleibt damit vorerst auf der Beobachtungsliste.

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