- DER AKTIONÄR

Profite, dass die Schwarte kracht!

Eine populäre Methode bei der Aktienauswahl besteht darin, zum Jahresende die zehn Dow-Titel mit der höchsten Dividendenrendite einzusammeln - die "Dogs of the Dow". Die weitaus größeren Gewinne waren zuletzt aber mit den "Schweinen" zu erzielen.

Die Anlegeidee ist so simpel wie erfolgreich: Der Investor kauft am letzten Handelstag des Jahres zu gleichen Teilen die zehn Dow-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite - die "Dogs of the Dow". Die Papiere werden ein Jahr gehalten und dann verkauft. Der Erlös wird wiederum in die Dogs investiert. Und so weiter und so fort. Obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) die Strategie derart simpel gestrickt ist, lies sich mit ihr prächtig verdienen.

Performance "Dogs of the Dow"

Strategie 2000 % 2001 % 2002 % 2003 % 2004 %

1 Jahr %

3 Jahre % 5 Jahre %
Dogs of the Dow
6,4
-4,9
-8,9
28,7
4,4
4,4
8,1
5,1
Dow Jones Average
-4,7
-5,4
-15,0
28,3
3,1
3,1
6,2
1,7

 

Wie ein populärer US-Börsenbrief aber herausgefunden hat, konnten die Anleger mit einer anderen Strategie sogar noch mehr Geld verdienen: den "Pigs of the Dow". Philip Durell von The Motley Fool hat erstmals 2002 die schlechtesten fünf Dow-Titel eingesammelt, sie ein Jahr im Portfolio behalten, anschließend verkauft und von dem Geld erneut die schlechtesten Dow-Aktien gekauft. Mit seiner unkonventionellen Strategie erzielte Durell 2003 eine Rendite von sagenhaften 54 Prozent. Zum Vergleich: Der Dow Jones hatte 2003 ebenfalls ein ausgesprochen gutes Jahr, legte aber "nur" um 28,3 Prozent im Wert zu. Und die Dogs? Die tendierten mit 28,7 Prozent marginal besser als die Benchmark.

Aber weshalb Schweine kaufen?

Philip Durell hat die "Pigs of the Dow" aus der Annahme heraus geschaffen, dass es sich mit starken Kursverlierern besser performen lässt als mit starken Dividendentiteln. Ein Beispiel: Intel war einer der Top-Verlierer 2002, im Folgejahr jedoch verdoppelten sich die Papiere im Wert. Während die "Schweine" voll von dieser Entwicklung profitierten, schaffte es Intel nicht ins Doggy-Depot. Grund: Die Dividendenrendite war zu niedrig.

2003 "qualifizierten" sich AT&T (Kommunikation) Eastman Kodak (Fotografie), Johnson & Johnson (Konsumgüter), Merck (Pharma) und SBC Communications (Kommunikation) für die "Pigs of the Dow". Insgesamt verloren die genannten Aktien in jenem Jahr im Schnitt 15,2 Prozent an Wert. Obwohl Merck 2004 ein Drittel des Börsenwertes eingebüßt hat, verbuchten die Pigs im Schnitt ein Plus von 5,1 Prozent.

Berechnungen zufolge haben sich die Pigs im Backtest hervorragend geschlagen. Beim Backtest wird eine aktuelle Strategie auf die Vorjahre angewendet. Betrachtet man den Zeitraum zurück bis 1998, dann haben die Pigs den Dow Jones jährlich um 1,9 Prozent outperformt und die Dogs sogar um 4,1 Prozent.

Fazit: Langfristig muss die "Pigs of the Dow"-Strategie zwar erst noch ihre Zuverlässigkeit beweisen, kurzfristig hat es sich für die Anleger aber allemal ausgezahlt gegen den Strom zu schwimmen.

 

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