Agor
- DER AKTIONÄR

Profit aus der Dose

Es lohnt sich, leere Bier-, Cola- oder Red-Bull-Dosen wieder dem Recycling-Kreislauf zuzuführen. Weniger wegen des Dosenpfands als wegen der Möglichkeit, aus Abfall wieder einen gefragten Rohstoff zu gewinnen. Schätzungsweise 50 Millionen Tonnen Aluminium werden in diesem Jahr weltweit produziert, gut ein Drittel davon über das Einschmelzen von Aluschrott, wie leeren Getränkedosen.

Agor ist Weltmarktführer beim Recycling von Aluminium-Salzschlacke. Ein Geschäft, das in doppelter Hinsicht Profit abwirft.

Es lohnt sich, leere Bier-, Cola- oder Red-Bull-Dosen wieder dem Recycling-Kreislauf zuzuführen. Weniger wegen des Dosenpfands als wegen der Möglichkeit, aus Abfall wieder einen gefragten Rohstoff zu gewinnen. Schätzungsweise 50 Millionen Tonnen Aluminium werden in diesem Jahr weltweit produziert, gut ein Drittel davon über das Einschmelzen von Aluschrott, wie leeren Getränkedosen. Zwar fällt hier als Abfallprodukt Aluminium-Salzschlacke an, die Kölner Agor AG kann daraus jedoch doppelt Profit schlagen.

Überlegene Technologie - riesiges Potenzial

Agor ist der weltweit führende Anbieter für die Entsorgung und Aufbereitung von Aluminium-Salzschlacke. Aus dem „Abfall“ von Unternehmen wie Alcan oder Alcoa gewinnen die Kölner neue Rohstoffe. Agor verdient dabei in Form von Entsorgungsgebühren und durch die Erlöse aus den zurückgewonnenen Rohstoffen wie Aluminium, Schmelzsalz, Serox für die Zementindustrie und Ammoniumsulfat, das als Zusatz für Pflanzendünger Verwendung findet. Der einstige Abfall wird zu 100 Prozent und ohne Rückstände wiederaufbereitet, weshalb die Agor-Technologie gegenüber dem Wettbewerb deutlich überlegen ist. Geht man von rund fünf Millionen Tonnen Salzschlacke aus, die weltweit pro Jahr mit steigender Tendenz anfallen, liegt das Marktpotenzial für die Entsorgung je nach Region und Beschaffenheit zwischen 75 und 250 Millionen Euro, das Potenzial aus den Rohstoffverkäufen entsprechend zwischen 400 Millionen und einer Milliarde Euro – jährlich wohlgemerkt. Da die Nachfrage nach Aluminium in den nächsten Jahren weiter wachsen dürfte – Marktexperten rechnen bis 2020 mit einem Anstieg auf über 70 Millionen Tonnen weltweit – steht Agor vor einer rosigen Zukunft. Zusätzliche Impulse sind von neuen Gesetzen, die die Entsorgung von Hüttenabfällen wie Alu-Salzschlacke regeln, in einzelnen Ländern zu erwarten.

Kapazitäten ausgelastet

Die Zahlen zum ersten Quartal könnten auf den ersten Blick über die rosigen Aussichten hinwegtäuschen, da die Anlaufverluste der neuen Anlage im bayerischen Töging für einen Fehlbetrag in den ersten drei Monaten von 1,187 Millionen Euro sorgten. Allerdings war der Kapazitätsausbau um fast 30 Prozent dringend nötig, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Einen positiven Ergebnisbeitrag erwartet das Management ab dem dritten Quartal, sodass im Gesamtjahr bei über 62 Millionen Euro Umsatz ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden dürfte. Weitere Expansionsschritte unternimmt Agor derzeit in den USA, wo im Laufe dieses Jahres weitere Kapazitäten entstehen dürften.

Großer Profiteur

Als Marktführer zählt Agor zu den großen Profiteuren der wachsenden Nachfrage nach Aluminium. Das KGV für 2008 liegt nach aktionärs-Schätzung bei moderaten 10 – damit bietet die Aktie nicht nur eine Menge Umweltfantasie, sondern ist zudem noch ein echtes Schnäppchen.

Kursziel bei Agor: 5,00 Euro. Stopp: 2,40 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 22/2007.

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