- DER AKTIONÄR

Prickelnde Aussichten

Im Falle eines erfolgreichen Börsengangs der Osteuropa-Tochter Ambra sollen beim Mutterkonzern Sektkellerei Wachenheim die Korken knallen. Noch ist die aussichtsreiche Aktie günstig zu haben.

Im Falle eines erfolgreichen Börsengangs der Osteuropa-Tochter Ambra sollen beim Mutterkonzern Sektkellerei Wachenheim die Korken knallen.

Von Florian Söllner

Jahrhundertelang kämpften Mönche gegen eine ungewollte zweite Gärung des gelagerten Weins. Der daraus entstehende Schaumwein oder Sekt war verpönt. Erst ab dem Jahr 1700 wurden die Vorzüge des prickelnden Getränkes von Produzenten erkannt und von Kunden geschätzt. Heute liegt der übliche jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei rund vier Litern Sekt. Auch die Sektkellerei Wachenheim, in Deutschland durch die Marke "Faber" bekannt, brauchte einen zweiten Anlauf, um durchzustarten. 1995 steckte die Firma in einer tiefen Krise. Doch der jetzige Vorstandsvorsitzende Nick Reh erkannte die Chancen und sicherte sich mit 70 Prozent der Aktien die Mehrheit der AG.

Weltmarktführer

Dann ging es Schlag auf Schlag auf dem Weg zum mittlerweile weltgrößten Sekthersteller. Unter anderem wurde 2003 die französische Marke "Charles Volner" gekauft. Damit liegt der Marktanteil in Frankreich bei fast 50 Prozent. Ein weiterer Coup mit Weitsicht gelang 1998 mit der Übernahme der polnischen Ambra-Gruppe. Mit Produktionsstätten in Polen, Tschechien und Rumänien ist die 100-Prozent-Tochter mittlerweile das führende Unternehmen in der Wein- und Sektbranche in Mittelosteuropa. Das Prickelnde daran: Der anvisierte Börsengang von Ambra in Polen nimmt immer konkretere Züge an. Ambra hat inzwischen von der Warschauer Börse die Zulassung für ein IPO im Juni erhalten. Der Unternehmenssprecher der Schlosskellerei Wachenheim ist auch "sehr optimistisch", dass die Platzierung ein Erfolg wird. Das Unternehmen erhofft sich aus der Kapitalerhöhung von Ambra im Zuge des IPOs und aus dem Verkauf von bis zu 50 Prozent seiner Ambra-Anteile einen Gesamterlös von bis zu 42,9 Millionen Euro. Damit will Ambra weitere Firmen und Marken erwerben. "Einige dieser Projekte sind bereits sehr weit gediehen", so Nick Reh. Außerdem wird Wachenheim seine Bankverbindlichkeiten zurückführen. Zum 1. Juli 2004 lagen diese bei 112 Millionen Euro.

Startschuss IPO

Angesichts der Wachstumsfantasie in Osteuropa ist die Sektkellerei-Wachenheim-Aktie erstaunlich günstig zu haben. Für das laufende Geschäftsjahr (bis Juni 2005) plant der Konzern einen Umsatz von 340 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von zehn Millionen Euro. Kursrisiko ist ein Scheitern des Ambra-Börsenganges. Gelingt dieser jedoch wie geplant und werden die Schulden deutlich reduziert, können Wachenheim-Aktionäre den Sekt schon einmal kalt stellen.

Sektkellerei Wachenheim

 

ISIN DE0007229007
Kurs am 28.05.2005 10,45 €
Empfehlungskurs 9,80 €
Ziel 14,00 €
Stopp 7,50 €
KGV 06e 7
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR 22/05

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