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Premiere - Alle vor die Glotze

Die "Glotze" ist scheinbar wieder in. Der Bezahlsender Premiere jedenfalls hat im dritten Quartal viele neue Kunden hinzugewonnen. Da Senderchef Kofler zudem Optimismus für die Zukunft verbreitete, avanciert die Aktie zum Spitzenreiter im MDAX.

Die "Glotze" ist scheinbar wieder in. Der Bezahlsender Premiere jedenfalls hat im dritten Quartal viele neue Kunden hinzugewonnen. Da Senderchef Kofler zudem Optimismus für die Zukunft verbreitete, avanciert die Aktie zum Spitzenreiter im MDAX.

Von Steffen Eidam

Der Pay-TV-Sender Premiere darf sich mittlerweile über 3,4 Millionen zahlende Kunden freuen. Zum Stichtag 30. September wuchs der Abonnentenstamm damit im Jahresvergleich um 13,3 Prozent. Allein im dritten Quartal haben sich knapp 100.000 Kunden für ein Abonnement entschieden. Das neue Preismodell wird offensichtlich angenommen. Jetzt peilt Premiere den oberen Bereich der eigenen Jahresprognose an.

Wider der Wirtschaftsflaute

Es sind genau 96.373 Menschen, die sich im Lauf des dritten Quartal für ein Premiere-Abo entschieden haben. Insgesamt freut sich der Bezahlsender nun über einen Kundenstamm von 3,409 Millionen - das kann sich sehen lassen. Dabei wurde und wird das neue Preismodell heftig diskutiert. Es bleibt festzuhalten: Der positive Trend für Abo-Fernsehen in Deutschland hält an - auch in Zeiten des "Gürtel-enger-schnallens." Die Münchner rechnen nun auf Jahressicht mit einer Zahl am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 3,55 bis 3,60 Millionen Abonnenten.

DSF zu teuer

Im Hinblick auf das Thema DSF nannte Vorstandschef Georg Kofler die in der Presse genannte Kaufsumme von 200 Millionen Euro eine "eklatante Falschmeldung". Es gab Gespräche mit EM.TV, die aber wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen abgebrochen wurden. Nach Aussage von Kofler seien seit Bekanntgabe der Einstiegsabsichten ins Free-TV '"einige interessante Kaufangebote'"an Premiere herangetragen worden. Derzeit verhandele man mit einem halben Dutzend deutscher Sender, die Flächen für die Fußballübertragung an Premiere vermieten könnten. Eine weitere Optionen wäre der Aufbau eines eigenen Senders. Ende August hatten sich die Münchner die nationalen Übertragungsrechte der Champions League für die Spielzeiten 2006/2007 und 2008/2009 gesichert. Einen Teil der Spiele muss man aber live im Free-TV zeigen. Die Gesellschaft bemüht sich daher um den Aufbau eines eigenen Senders.

Die Aktie von Premiere gewinnt 4,3 Prozent auf 22,87 Euro hinzu und nimmt somit die Spitzenposition im MDAX ein.

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