Praktiker
- Markus Bußler - Redakteur

Praktiker: Streit eskaliert

Der Streit um die angeschlagene Baumarktkette Praktiker spitzt sich zu. Nach Medienberichten plant Fondsmanagerin Isabella de Krassny ein weiteres Aktionärstreffen. Eine entsprechende Ankündigung liegt dem Unternehmen vor. Und auch die Frage, wer Praktiker künftig führt, ist noch nicht geklärt.

Isabella de Krassny, die über die Investmentgesellschaft Maseltov zehn Prozent und über Fonds der Wiener Privatbank Semper Constantia noch einmal rund fünf Prozent an Praktiker kontrolliert ist nach wie vor mit dem Kurs der Sanierung nicht einverstanden. Vor allem das Hochzinsdarlehen von US-Investor Anchroage stößt de Krassny sauer auf. „Dieser Kredit wird unter Knebelbedingungen gewährt", sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Bei geringsten Vertragsverstößen könnten die Geldgeber die gesamte Kreditsumme fällig stellen und Praktiker ruinieren. Ein Konzept von de Krassny hatte der Vorstand zuletzt abgelehnt.

Bleibt Hafner im Amt?

Zudem wir die Frage, wer künftig an der Spitze von Praktiker stehen wird, immer akuter. Heute endet der Vertrag von Interimsvorstand Kay Hafner. Bislang konnte sich der Aufsichtsrat nicht auf einen Nachfolger einigen. De KRassny hatte eigene Leute ins Spiel gebracht für den Chefposten. Auf der vergangenen Hauptversammlung konnte sie sich zwei Posten im Aufsichtsrat sichern.

Die Praktiker-Story bleibt spannend. Gelingt der Turnaround? Setzt sich de Krassny doch noch mit ihrem Rettungsplan durch? Oder trennt sich die Investmentgesellschaft Maseltov nach all den Querelen der vergangenen Wochen noch von ihrem Anteil? Grundsätzlich bietet die Praktiker-Aktie derzeit eine hohe Chance, verbunden mit einem entsprechenden Risiko. Denn auch eine Insolvenz erscheint nicht unmöglich. Das Papier bleibt erfahrenen Anlegern vorbehalten. Ein Stopp bei 0,95 Euro sichert eine Position ab.

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