Praktiker
- Markus Bußler - Redakteur

Praktiker: Kapitalerhöhung genehmigt - wie geht es weiter?

Die Kapitalerhöhung bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker kann kommen. Das Oberlandesgericht Saarbrücken hat den Freigabeanträgen stattgegeben. Details könnten noch in dieser Woche folgen. Wie geht es mit der Aktie weiter?

Die Gegner in dem Verfahren hätten zuvor eine Freigabe anerkannt und auch ihre Befangenheitsanträge gegen den zuständigen 1. Zivilsenat des OLG zurückgezogen. Insgesamt hatten laut Gericht 21 Aktionäre gegen die auf der Hauptversammlung Anfang Juli gefassten Beschlüsse zur Kapitalerhöhung geklagt. Das OLG wollte ursprünglich erst am kommenden Freitag über eine Freigabe entscheiden.

In der vergangenen Woche hatte Praktiker angekündigt, die geplante Kapitalerhöhung werde von der Beteiligungsgesellschaft Donau Invest und der Berenberg Bank gestemmt, soweit die übrigen Aktionäre nicht von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Die Kapitalerhöhung soll 60 Millionen Euro betragen und nun nach dem Ende der gerichtlichen Konflikte zügig umgesetzt werden, sagte ein Sprecher. Kein Wunder, soll die Maßnahme doch noch im laufenden Jahr über die Bühne gehen.

Größere Umplatzierungen?

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass die neuen Aktien zu einem Kurs knapp über 1,00 Euro ausgegeben werden. Im Anschluss an die Kapitalerhöhung könnte es - je nachdem wie viele Aktionäre von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen - noch einmal zu größeren Umschichtungen kommen, die auch den Kurs belasten könnten. Doch im Anschluss sollte die Aktie wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen. Der Fokus dürfte dann wieder auf dem operativen Geschäft liegen.

Derzeit läuft die Umfirmierung auf Max Bahr auf vollen Touren. In den meisten Praktiker-Filialen werden die Altbestände abverkauft und es kommt noch einmal zu größeren Rabattaktionen. Diese dürften auch die Bilanz noch einmal belasten, die Marge dürfte in den Keller gehen. Und das Zahlenwerk sollte sich tiefrot präsentieren. Die ersten zuverlässigen Zahlen erwartet der Markt frühestens Mitte nächsten Jahres. Dann wird sich zeigen, ob die Strategie erfolgreich ist.

DER AKTIONÄR glaubt, dass die Kapitalerhöhung die Aktie noch einmal unter Druck setzen wird. Immerhin sollen Aktien im Verhältnis 1:1 ausgegeben werden. Anschließend sollten sich die Kurssprünge bei Praktiker beruhigen. Mutige Anleger können ein Abstauberlimit im Bereich von 1,10 Euro platzieren.  

(mit Material von dpa-AFX)

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