Praktiker
- Markus Bußler - Redakteur

Praktiker: Jetzt heißt es Vorsicht

Die Aktie der angeschlagenen Baumarktkette ist heute unter die Marke von 1,10 Euro gerutscht. Damit rücken die Tiefstkurse von 1,05 Euro in den Blick der Investoren. Hält auch diese letzte Unterstützung nicht, wird es eng. Zudem muss sich der Vorstand allmählich auch eine andere Frage stellen.

Der Streit zwischen Großaktionärin Isabella de Krassny auf der einen und dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auf der anderen Seite hat seine Spuren hinterlassen. Investoren sind verunsichert? Wie soll es mit der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker weitergehen? Der Vorstand hatte auf das Finanzierungskonzept mit der Hilfe des US-Investors Anchorage gesetzt. Doch auch hier gibt es Probleme. Anchorage will Medienberichten zufolge nur die Hälfte des in Aussicht gestellten Darlehens auszahlen. Der restliche Betrag soll erst dann fließen, wenn Praktiker eine Kapitalerhöhung erfolgreich über die Bühne gebracht hat. Hier sollen dem Unternehmen 60 Millionen Euro in die Kasse fließen.

Kapitalerhöhung - zu welchem Kurs?

Und damit stellt sich angesichts des Kursverfalls die Frage: Zu welchem Kurs will Praktiker die Kapitalerhöhung durchführen. Bislang spekulierte der Markt auf eine Kapitalerhöhung im Bereich von 1,00 bis 1,05 Euro. Doch angesichts des jüngsten Kursrutsches dürfte die nur schwer zu platzieren sein. Banken, die diese Kapitalerhöhung garantieren dürfte es kaum geben. Und die Großaktionärin? Nachdem man das Finanzierungskonzept von de Krassny abgelehnt hat, scheint es doch sehr unwahrscheinlich, dass sie sich zu einem solchen Schritt hinreißen lässt. Viel wahrscheinlicher erscheint es aus heutiger Sicht, dass sie sich von ihren Anteilen trennt. Zwar sind die genauen Details aus dem Vertrag zwischen Anchorage und Praktiker nicht bekannt, aber ein Scheitern der Kapitalerhöhung könnte gleichzeitig ein Ende der Sanierungsbemühungen zur Folge haben.

Eventuell war es ein Fehler, sich vorschnell auf Anchorage festzulegen. Der Investor könnte im Schlimmsten Fall die profitable Tochter Max Bahr sein Eigen nennen, die Altaktionäre könnten in diesem Fall leer ausgehen. Anleger sollten deshalb auf der Hut sein und das Geschehen genau beobachten. Die Aktie bleibt deshalb weiterhin erfahrenen Anlegern vorbehalten, die auch bereit sind, die Notbremse zu ziehen.

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