Praktiker
- Markus Bußler - Redakteur

Praktiker: Deutsche Bank sieht einen Verdoppler

Für die Aktionäre der Baumarktkette Praktiker dürfte das Jahr 2011 als eines der schwärzesten der Unternehmensgeschichte eingehen. Doch das derzeitige Kursniveau könnte die Basis für satte Kursgewinne sein. Diese Ansicht jedenfalls vertritt die Deutsche Bank – und taxiert das Kursziel auf 3,30 Euro.

Der Wermutstropfen: Die Experten sehen die Aktie nur als Halteposition. Michael Kuhn hat nach dem Zwischenbericht allerdings das Kursziel bestätigt. Hauptsächlich wegen der überraschend guten Entwicklung des Deutschland-Geschäfts habe der Baumarktbetreiber seine Erwartungen weitgehend erfüllt, schreibt der Analyst. Anders sehe es im Ausland aus: Dort schwächle das Wachstum nach wie vor. Luxemburg und die Ukraine hätten die Umsatzverluste in anderen Regionen nicht ausgleichen können. Das Anlagevotum „Hold" begründet Kuhn mit einem ausgewogenen Chance-/Risikoverhältnis.

Berenberg Bank rät zum Verkauf

Wesentlich pessimistischer präsentieren sich die Analysten der Berenberg Bank. Ihrer Ansicht nach sollten Anleger die Aktie weiterhin verkaufen. Das Kursziel sieht Analystin Anna Patrice bei lediglich 1,20 Euro. Sie sei trotz eines besseren Umsatztrends keinesfalls davon überzeugt, dass sich die Baumarktkette neu positionieren könne. Hinter der Restrukturierung stünden weiterhin Fragezeichen. Ihrer Ansicht nach hänge alles von der Erhöhung der erforderlichen Mittel ab.

Sicherlich: Der starke Kursrückgang verlockt zu einem Einstieg bei dem Papier. Doch Anleger sollten Vorsicht walten lassen. In der Tat hängen die Restrukturierungskosten wie ein Damoklesschwert über der Aktie. Bislang ist Sanierer Thomas Fox die Antwort auf die Frage, woher die Mittel kommen sollen, schuldig geblieben. Börsianer rechnen mit Kapitalmaßnahmen. Allerdings ist fraglich, wie diese angesichts des dramatisch eingebrochenen Aktienkurses aussehen sollen. Bis keine Klarheit besteht, wie Fox die Restrukturierung finanzieren will, sollten Anleger die Aktie auf der Beobachtungsliste belassen. Zudem ist auch noch nicht sicher, ob der Umsatzrückgang bereits ein Ende gefunden hat.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Praktiker: Der Ofen ist längst aus

Für die Angestellten mögen es gute Nachrichten sein: Für die insolvente Baumarktkette Max Bahr liegen verbindliche Kaufangebote vor. Die Aktionäre gehen dennoch leer aus. Die Aktie der Max Bahr-Muttergesellschaft Praktiker nähert sich weiter der Nulllinie. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Praktiker: Kein Grund zu feiern

Es ist, zumindest auf den ersten Blick, eine erfreuliche Nachricht. Die Baumarktkette Globus bietet für die insolvente Praktiker-Tochter Max Bahr. Die Mitarbeiter dürften aufatmen. Doch für die Aktionäre ändert sich wenig. Sie werden sich mit einem Totalverlust abfinden müssen. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Praktiker: Kommen jetzt die Briten?

Das Gerücht kursiert schon länger. Jetzt könnte es tatsächlich Wirklichkeit werden. Europas größter Baumarktkonzern Kingfisher will offensichtlich einige Praktiker-Filialen übernehmen und damit Fuß auf dem deutschen Markt fassen. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Praktiker: Chaostage

Bei Praktiker geht praktisch nichts mehr. Die Baumarktkette wird abgewickelt. Für Die Mitarbeiter ist das eine bittere Situation. Für sie bleibt die Hoffnung, dass sich tatsächlich für den einen oder anderen Markt ein Interessent findet. Für den Anleger hingegen bleibt nicht einmal diese Hoffnung. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Praktiker: Ein Hoffnungsschimmer

Die Gerüchte verdichten sich: Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge ist die Baumarktkette Hellweg an einer Übernahme der insolventen Praktiker-Tochter Max Bahr interessiert. Für die Mitarbeiter ist das ein Hoffnungsschimmer – für die Aktionäre wohl nicht. mehr