Praktiker
- Markus Bußler - Redakteur

Praktiker: Altes Gerücht macht die Runde

Alle Jahre wieder - so könnte man meinen, wenn man das Gerücht hört, das heute an der Börse die Runde macht: Der US-Baumarktriese Home Depot soll an der deutschen Baumarktkette Praktiker interessiert sein. Nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen hat sich die Börsenbewertung von Praktiker wieder drastisch verringert. Dennoch erscheint ein Einstieg derzeit eher unwahrscheinlich.

Das Gerücht kursierte bereits im vergangenen Jahr - und selbst da war es aufgewärmt. Hieß es doch bereits 2008, Home Depot könnte Interesse an dem deutschen Mitbewerber Praktiker haben. Analysten hatten damals spekuliert, dass Home Depot nach dem mexikanischen auch den europäischen Markt ins Visier nehmen könnte. Bei einem Streubesitz von 100 Prozent wäre Praktiker ein geeignetes Übernahmeziel.

Eigene Probleme

Allerdings ist Home Depot nach Ansicht des AKTIONÄRs derzeit noch damit beschäftigt, das schlechte Jahr 2009 in seinem Heimatmarkt in den USA zu verkraften. Die Immobilien- und Finanzkrise hat kräftig an den Umsätzen des Unternehmens gezehrt. Zwar wird Home Depot weiterhin einen Gewinn ausweisen. Doch aufgrund der rückläufigen Erträge strukturiert Home Depot gerade um. Eine Übernahme eines Konkurrenten erscheint vor diesem Hintergrund eher unwahrscheinlich.

Allerdings dürfte das Thema damit nicht vom Tisch sein. Strategisch könnte eine Akquisition Praktikers für Home Depot durchaus sinnvoll sein. Zum einen würde Home Depot auf dem deutschen Markt Fuß fassen, zum anderen würde sich der US-Konzern das zukunftsträchtige Osteuropageschäft von Praktiker schnappen. Das Gerücht dürfte Anleger in den kommenden Monaten weiter begleiten.

Ungeachtet dessen befindet sich die Praktiker-Aktie nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen auf einem günstigen Bewertungsniveau. Das 2011er-KGV liegt bei gerade einmal 7. Mit dem Restrukturierungsprogramm "Praktiker 2013" sollte ebenfalls seine Wirkung entfalten und das Unternehmen langfristig profitabler machen. Zudem sollten in den kommenden Monaten weitere Synergien aus dem Kauf der Max Bahr-Märkte zum tragen kommen. Die Aktie ist auf dem derzeitigen Niveau wieder ein Kauf.

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