Deutsche Post
- DER AKTIONÄR

Postwendend!

Dieses Jahr dürfte Klaus Zumwinkel, der Chef der Deutschen Post, als eines der spannenderen in Erinnerung behalten. Zuerst die Diskussion, ob das Briefmonopol tatsächlich wie geplant zum 1. Januar 2008 fällt – und damit die Exklusivlizenz der Deutschen Post, Brief- und Katalogsendungen bis 50 Gramm zu befördern, ausläuft.

Der Mindestlohn für Briefzusteller ist gesetzt. Die Branche orientiert sich neu – mit der Deutschen Post als großem Profiteur.

Dieses Jahr dürfte Klaus Zumwinkel, der Chef der Deutschen Post, als eines der spannenderen in Erinnerung behalten. Zuerst die Diskussion, ob das Briefmonopol tatsächlich wie geplant zum 1. Januar 2008 fällt – und damit die Exklusivlizenz der Deutschen Post, Brief- und Katalogsendungen bis 50 Gramm zu befördern, ausläuft.

Das Ende der Endlos-Debatte

Kaum war das Monopol-Aus endgültig klar, entbrannte die Debatte um einen Mindestlohn für die Zusteller. Nach zähem Ringen ist auch diese Frage nun entschieden: Postzusteller in den alten Bundesländern sollen ab dem kommenden Januar mindestens 9,80 Euro Stundenlohn erhalten. In den neuen Ländern sollen es mindestens acht Euro pro Stunde werden. Damit dürfte für Klaus Zumwinkel die Welt wieder in Ordnung sein. Denn zum einen liegen die Stundenlöhne für die Zusteller der Deutschen Post über dieser Mindesthöhe. Zum zweiten haben mehrere Konkurrenten postwendend ihre Strategie geändert – allen voran der private Zustelldienst Pin Group: Kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung kündigte das Unternehmen an, von den 9.000 Mitarbeitern mehr als 1.000 zu entlassen.

Konkurrenz stoppt Pläne

TNT Post und Hermes Logistik haben ihre Pläne, das Privatkundengeschäft in Deutschland kräftig zu erweitern, vorerst gestoppt. Unter dem Strich bleibt damit für die Deutsche Post die Monopolstellung im Land vorerst erhalten – was der Aktie deutlich Auftrieb geben dürfte.
Das sich stark entwickelnde Logistik-Segment des Konzers liefert dem Papier ebenfalls deutliches Aufwärtspotenzial. Darüber hinaus treiben Gerüchte, dass chinesische Investoren fünf Prozent der Post-Anteile übernehmen wollen, den Aktienkurs.

Starke Marktposition nutzen

Der Mindestlohn für Postzusteller unter dem Lohnniveau bei der Deutschen Post stärkt das Unternehmen und bremst billigere Konkurrenten aus. Extra Kursfantasie liefern die Gerüchte um den Einstieg chinesischer Investoren. Alternativ zur Post-Aktie bietet sich das Bonuszertifikat mit der WKN ABN 33N an. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre, die Bonusrendite liegt bei 21,5 Prozent.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 51/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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