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Porsche und der Milliarden-Deal

Porsche steigt beim angeschlagenen Wolfsburger VW-Konzern groß ein. Die Zuffenhausener wollen der größte Aktionär werden und VW damit vor einer feindlichen Übernahmen schützen. Wer profitiert von dem Deal?

Porsche steigt beim angeschlagenen Wolfsburger VW-Konzern groß ein. Die Zuffenhausener wollen der größte Aktionär werden und VW damit vor einer feindlichen Übernahmen schützen. Wer profitiert von dem Deal?

Von Marion Schlegel

Die Volkswagen-Aktie legte in den letzten Wochen eine beeindruckende Performance hin und markierte zuletzt sogar ein neues Drei-Jahres-Hoch. Seit geraumer Zeit gab es bereits Spekulationen darüber, dass der US-Milliardär Kerkorian oder arabische Investoren nach dem deutschen Autobauer greifen könnten. Wie am Montag bekannt wurde, steckt aber Porsche hinter dem Kursanstieg der VW-Aktie. Porsche will seinen Anteil am VW-Konzern von derzeit weniger als fünf Prozent auf 20 Prozent auszubauen und damit das Land Niedersachsen als größten Anteilseigner abzulösen. Beim derzeitigen Aktienkurs von VW würde das die Zuffenhausener rund drei Milliarden Euro kosten.

Wer profitiert?

Auf den ersten Blick profitiert ganz klar der angeschlagene Volkswagenkonzern, da das Unternehmen damit vor einer feindlichen Übernahme und einer möglichen Zerschlagung geschützt wird. Die Aktie könnte aber dennoch kurzfristig unter Druck geraten. Viele Händler hatten gerade darauf spekuliert und die VW-Aktie mit Hoffnung auf schnelle Kurszuwächse gekauft.

Entgegen der ersten Reaktionen könnte aber auch Porsche nach Angaben des "Spiegel" unter Berufung auf Investmentbanker von Merrill Lynch durchaus einen großen Nutzen von dem Deal haben. So profitierte Porsche unter anderem von den hohen Dividendenzahlungen durch VW, die zu 95 Prozent steuerfrei vereinnahmt werden können. Die investierten drei Milliarden Euro würden damit also genauso viel Ertag abwerfen wie bei einer Anlage auf dem Kapitalmarkt. Gelingt die Sanierung des VW-Konzern, winken sogar noch deutlich höhere Ausschüttungen.

Zudem deklarierte Porsche-Chef Wiedeking den Einstieg als strategische Antwort auf das Risiko einer feindlichen Übernahme. Davon wäre Porsche direkt betroffen, da Volkswagen als Lieferant an rund einem Drittel des Porsche-Absatzes beteiligt ist.

Vorerst abwarten

Volkswagen könnte kurzfristig etwas unter Druck geraten, da die Übernahmefantasie zunächst weg ist. Porsche wurde abgestraft und verlor zeitweise über elf Prozent. Langfristig orientierte Anleger sollten den Wert genau beobachten. Wenn weitere Kursabschläge folgen, könnte sich bei Porsche eine gute Einstiegsmöglichkeit ergeben.

 

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