Porsche
- Werner Sperber - Redakteur

Porsche: 125 Prozent Potenzial

Die Kapitalmärkte sind noch immer nervös und die Aktienkurse sinken weltweit. Analysten sind für Porsche allerdings noch immer optimistisch, denn sie hoffen auf die Fusion mit Volkswagen. Dann könnte die Aktie 94 Euro wert sein.

Analysten halten die Vorzugsaktie des in Stuttgart-Zuffenhausen ansässigen Sportwagen-Herstellers Porsche im Vergleich zu derjenigen von Volkswagen für günstiger bewertet. Daniel Kukalj, Analyst des Analysehauses Independent Research, etwa erklärt, dass ein Zusammenschluss mit Volkswagen durchaus noch in diesem Jahr möglich sei. Deshalb würden die Chancen die Risiken überwiegen. Da Porsche Stammaktien von Volkswagen hält und der Kurs dieser Anteilscheine gesunken ist, reduzierte Kukalj sein Kursziel von 70 auf 60 Euro. Seine Einstufung für die Porsche-Vorzüge beließ er bei "Kaufen". Fraser Hill, Analyst von Merrill Lynch, geht aufgrund der Schuldenkrise nun von weniger verkauften Automobilien und einem niedrigeren Gewinn von Porsche in diesem und im nächsten Jahr aus. Deshalb bestätigte er zwar sein Votum für die Aktie mit "Buy", senkte aber sein Kursziel von 80 auf 74 Euro. Ranjit Unnithan, Analyst von JPMorgan, hält die Aussichten für den westeuropäischen und US-amerikanischen Automarkt im kommenden Jahr ebenfalls eingetrübt. Deshalb dürften Anleger eher Aktien von Unternehmen mit gutem Umsatz- und Ergebniswachstum sowie einer soliden Bilanz kaufen. Anteilscheine von Firmen mit einer erst noch zu erwartenden positiven Trendwende sollten weniger begehrt sein. Zur ersten Gruppe zählt Unnithan die meisten deutschen Autobauer und Zulieferer, zur zweiten Gruppe Peugeot, Renault und Fiat. Er bleibt deshalb bei seinem Rating für die Porsche-Aktie mit "Neutral" und seinem Kursziel von 79 Euro.

Nicht einsteigen, solange das Auto schleudert

Michael Tyndall, Analyst von Barclays Capital, erklärt, angesichts des geplanten Zusammenschlusses von Volkswagen und Porsche sei Porsche das günstigere Investment. Die Fusion dürfte angesichts der steuerlichen und juristischen Hürden wohl eher im nächsten als in diesem Jahr vollzogen werden. Bei einer erfolgreichen Fusion wäre die Vorzugsaktie von Porsche 94 Euro wert. Tyndall bestätigte insgesamt seine Einstufung für die Porsche-Vorzugsaktie mit "Overweight" und erhöhte sein Kursziel von 78 auf 80 Euro. Insgesamt haben die Analysten ihre Schätzungen für den Gewinn je Anteilschein für die Jahre 2011 bis 2013 deutlich gesenkt. Sie erwarten nun Ergebnisse von 7,81 Euro beziehungsweise 9,77 Euro respektive 10,92 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 5 beziehungsweise 4. Angesichts der noch immer schwachen Verfassung an den weltweiten Börsen sollten Anleger vor einem Einstieg allerdings erst eine nachhaltige Beruhigung abwarten.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Porsche-Aktie: Besser als VW, Daimler und BMW

Die Porsche Holding hat zuletzt gute Halbjahreszahlen bekannt gegeben. Die Beteiligungsgesellschaft und Großaktionär von Volkswagen erzielte in den ersten sechs Monaten 2018 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. mehr
| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Volkswagen-Aktie: Wie weit geht die Korrektur?

Die VW-Aktie hatte in den letzten Wochen einen regelrechten Lauf. Angetrieben von vielen guten News knackte das Papier das alte Hoch bei 179,30 Euro und kletterte bis auf 188,00 Euro. Am Dienstag war dann Schluss mit der Kletterpartie am Aktienmarkt. Der DAX legte den Rückwärtsgang ein. Viele … mehr