Polytec
- Jochen Kauper - Redakteur

Polytec: Aktie ist zu billig

Der Automobilzulieferer Polytec konzentriert sich wieder auf seine Kernkompetenzen. Vorstand Friedrich Huemer will das Unternehmen wieder dauerhaft auf die Erfolgsspur führen. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Aktie zu billig.

EBIT Marge 7,2 Prozent, Eigenkapitalquote 47,4 Prozent und eine Nettocashposition von 20,9 Millionen Euro. Der Start ins Jahr 2012 scheint dem Automobilzulieferer gut gelungen.  Zudem ist Friedrich Huemers Ehrgeiz noch lange nicht erloschen, Polytec nach schwierigen Jahren wieder dauerhaft unter den erfolgreichen Automobilzulieferern zu etablieren. Einziges Manko ist der Rückgang des EBITDA.

Verkauf der Interieur-Sparte

Der Konzernumsatz von Polytec stieg  - bereinigt um den Verkauf des Bereits Interieur-Systems - um 3 Prozent auf 123,5 Millionen Euro. Das EBITDA des ersten Quartals reduzierte sich um 19,7 Prozent auf 12,2 Millionen Euro. Die EBITDA Marge beläuft sich auf 9,4 Prozent (Q1 2011: 7,5 Prozent).

Treibende Kraft

In den letzten Monaten hat Polytec viele Neuaufträge in den margenstarken Bereichen sowohl von bestehenden Kunden aus dem PKW und LKW-Industrie, als auch von Unternehmen aus dem „non-automotive" Bereich erhalten. Dies sollte dazu führen, dass die Margen bei Polytec in den Folgejahren deutlich über sieben Prozent klettern werden. Im Vergleich zur Konkurrenz steht Polytec damit glänzend da. Außer Continental (8 Prozent) müssen sich sowohl Leoni (6 Prozent) als auch Grammer (4,5 Prozent) mit deutlich niedrigeren Prozentsätzen begnügen.

Akquisitionen

Friedrich Huemer will in Zukunft wieder kleinere Firmen kaufen. Klein bedeutet für Polytec Unternehmen mit einem Umsatz bis zu 150 Millionen Euro. „Wir wollen nach drei Jahren Unterbrechung wieder an den erfolgreichen Weg der Vergangenheit anschließen. Wir führen dazu laufend konkrete Gespräche und prüfen Investitionsmöglichkeiten. Wir streben dabei sowohl eine geografische Erweiterung unserer Produktionsstandorte als auch eine Erweiterung unseres Kunden­portfolios an", so Huemer.

Spurwechsel

2012 wird ein erfolgreiches Jahr für Polytec: Vorstand Huemer hat die Kernkompetenzen wieder fest im Blick. Der Umsatz soll rund 500 Millionen Euro betragen. Höhere Margen sind vorprogrammiert  Durch den Verkauf der „Interieur"-Sparte hat sich die Finanzlage erheblich verbessert. Die Eigenkapitalquote beträgt fast 50 Prozent. Die Akquisitionsstrategie wird in den nächsten Monaten Fahrt aufnehmen. Zudem zahlt Polytec im laufenden Jahr wieder eine Dividende von 0,35 Euro je Aktie. Im Vergleich zur Peer-Group ist die Polytec-Aktie zu billig. Einsteigen, Gas geben, Spur wechseln.

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