Western Digital
- DER AKTIONÄR

Polierte Platte

Das laufende Börsenjahr hat es bislang nicht besonders gut mit den Aktionären von Western Digital gemeint: Die Aktie des US-Festplattenherstellers ist seit Januar um rund elf Prozent im Wert gesunken, während der Technologiesektor als Ganzes um fünf Prozent zulegen konnte. Aber nicht nur Western Digital hat sich vergleichsweise enttäuschend entwickelt, auch die Papiere des schärfsten Konkurrenten Seagate sind kräftig in den Keller gerauscht.

Gute Qualität zum Schleuderpreis? An der Börse gibt es solche Gelegenheiten selten. Western Digital ist eine davon.

Das laufende Börsenjahr hat es bislang nicht besonders gut mit den Aktionären von Western Digital gemeint: Die Aktie des US-Festplattenherstellers ist seit Januar um rund elf Prozent im Wert gesunken, während der Technologiesektor als Ganzes um fünf Prozent zulegen konnte. Aber nicht nur Western Digital hat sich vergleichsweise enttäuschend entwickelt, auch die Papiere des schärfsten Konkurrenten Seagate sind kräftig in den Keller gerauscht. An der Börse herrscht die Meinung vor, dass Festplattenspeicher mittelfristig von den flinkeren Flashspeichern verdrängt werden. Die Einschätzung wurde zuletzt noch durch Gerüchte verstärkt, der US-Computerkonzern Apple wolle schon in diesem Jahr ein Notebook auf den Markt bringen, in dem Flashspeicher-Bausteine die traditionelle Festplatte ersetzen.

Hauptsache billig

Flashspeicher besitzen gegenüber Festplatten unbestritten Vorteile, etwa bei der Datenübertragung, dem Gewicht oder der Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Festplatte auf absehbare Zeit vom Markt verschwindet. Dafür sind Flashspeicher einfach zu teuer. Um ein Notebook beispielsweise mit 100 Gigabyte Speicher auszurüsten, müsste der Verbraucher rund 1.200 Euro berappen. Eine gleich große Festplatte kostet hingegen noch nicht einmal 200 Euro. Gerade im Massenmarkt, in dem alles über den Preis geht, dürften Festplatten somit noch auf Jahre hinaus erste Wahl bei den PC-Herstellern bleiben. Western Digital bleibt also im Rennen.

Weg vom Desktop

Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein: Der Markt für Festplatten wird nach Einschätzung von IDC zwar 2007 um 11,3 Prozent auf 255 Millionen Stück wachsen. Weil die Preise pro Gigabyte Speicher insbesondere bei 3,5-Zoll-Platten aber stetig sinken, wirkt sich der Anstieg nur geringfügig positiv auf die Umsätze bei den Herstellern aus. Western Digital setzt daher seit einiger Zeit verstärkt auf Festplatten für neuere Medien wie Notebooks, Unterhaltungselektronik und Wechselspeicher. Mit Erfolg: Im dritten Quartal (bis 31.03.) stieg der Umsatz auf 1,41 Milliarden Dollar, gegenüber 1,13 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn erhöhte sich um 20 Prozent auf 0,53 Dollar pro Aktie. Aus Anlegersicht besonders erfreulich: Der Anteil des Desktop-Geschäfts am Gesamtumsatz sank im Jahresvergleich von 71 auf 53 Prozent. 47 Prozent steuerten die höhermargigen Produkte bei.

Aktie zum Sonderpreis

Western Digital ist kaum schwächer einzustufen als der Marktführer Seagate, trotzdem werden die Aktien mit einem Abschlag gehandelt. Wer sich jetzt eine Position aufbaut, bekommt dafür ein solide geführtes Unternehmen mit zweistelligen Wachstumsraten und guten Perspektiven zum Sonderpreis.

Kursziel bei Western Digital: 20,00 Euro. Stopp: 11,90 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 22/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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