Trina Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Plötzliche Solar-Rallye: Diese Meldung beflügelt Trina, Canadian Solar und Jinko

Kursrallye im Solarsektor. Chinesische Solaraktien sind gefragt, nachdem sich der chinesische Staat offenbar schützend vor seine angeschlagenen Modulhersteller stellt. Auch scheint in der Frage von EU-Schutzzöllen das letzte Wort nicht gesprochen.

Überraschende Kurswende. Chinesische Solaraktien waren in der letzten Handelswoche aufgrund drohender EU-Solarzölle noch unter Druck gekommen. Doch jetzt der Befreiungsschlag. Aktien wie Canadian Solar, Trina oder Jinko legten innerhalb von zwei Handelstagen teil deutlich über zwanzig Prozent zu. Der Grund ist die Rückendeckung der chinesischen Regierung. Einer Mitteilung auf einer Regierungswebseite zufolge wurde Ende April die Lage im Solarsektor geprüft. Infolgedessen würden nun Maßnahmen ins Auge gefasst, die Entwicklung der Branche zu unterstützen.

Diese Meldung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Denn gerade jetzt nimmt der Gegenwind für China-Player zu. Spiegel Online und Bloomberg wollen von Insidern erfahren haben, dass in Europa ab 6. Juni Zölle in Höhe von durchschnittlich 47 Prozent in Kraft treten sollen. Doch das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen. "Es ist ein Kommunikationssignal. Wir sehen die genannten Zahlen über die geplante Höhe von Anti-Dumping-Zöllen, als Ausgangspunkt für Verhandlungen mit China", so Solarexperte Wolfgang Hummel. Er geht davon aus, dass auch die Regierungen der EU-Staaten, insbesondere Deutschland gegenüber der EU-Kommission ihre Bedenken gegen Strafzölle geltend machen.

Schließlich droht ein Handelskrieg. Bereits letztes Jahr drängten etwa chinesische Polysilizium-Hersteller wie LDK PV Silicon oder China Silicon auf eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen europäische Hersteller.

Abhängigkeit nimmt ab

Zudem wären die Auswirkungen von EU-Schutzzöllen überschaubar. So macht etwa der lange Zeit größte Absatzmarkt Deutschland mittlerweile nur noch zehn Prozent der weltweiten Nachfrage aus. Wichtiger sind die stark wachsenden Solarmärkte USA, Japan oder China. Einige Hersteller haben zudem bereits einen Plan B in der Schublade. Von Trina Solar ist etwa bekannt, dass es durch in der EU hergestellte Wafer für seine  Module ein "Made in Europe"-Zertifikat erhalten hat.

Für Zocker

Solaraktien bleiben hochriskant und stark abhängig von politischen Einflüssen. Zudem ist das Problem der Überkapazitäten noch nicht gelöst. Dennoch bieten sich für Zocker aufgrund der sich aufhellenden Charts Trades bei Papieren wie Jinko, Canadian Solar oder Trina Solar an.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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