Gazprom
- Werner Sperber - Redakteur

Platow: Darum ist Gazprom nur etwas für Mutige

Platow Emerging Markets erinnern an den Kursanstieg von Gazprom zwischen Februar und April von knapp 60 Prozent. Danach korrigierten die US-Hinterlegungsscheine für Aktien (ADR). Nun jedoch scheint diese Konsolidierung vorbei zu sein und der Kurs hat bei mehr als 3,60 Euro wohl einen Boden gefunden. Dazu haben auch die Zahlen des halbstaatlichen russischen Gasausfuhr-Monopolisten für das erste Halbjahr 2016 beigetragen. Die Exportmenge stieg im Jahresvergleich um ein Drittel auf 109 Milliarden Kubikmeter Gas, wobei vor allem Westeuropa viel abnahm. Der Gewinn sank zwar um zehn Prozent auf 607 Milliarden Russische Rubel (8,43 Milliarden Euro), was jedoch wesentlich mehr war als befürchtet.

Weil Gazprom weniger investierte und Änderungen beim Betriebskapital vornahm, war auch der Fehlbetrag beim freien Cashflow von 29 Milliarden Rubel (403 Millionen Euro) niedriger als geschätzt. Fachleute bemängeln jedoch, die vergleichsweise guten Zahlen sind vor allem auf Entnahmen aus den Vorräten sowie günstige Wechselkurs-Effekte zurückzuführen. Wenn das alles außer Acht gelassen würde, wären sowohl Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wie auch der Gewinn klar hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Gazprom verlor auch Marktanteile in Russland. Das Unternehmen muss in den kommenden Monaten große Projekte, wie etwa internationale Gas-Pipelines, finanzieren. Zudem mischen sich Politiker stark in das Geschäft ein. Dem stehen die sehr günstige Bewertung mit einem KGV von 4 sowie die attraktive Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent gegenüber. Vor diesem Hintergrund rät Platow Emerging Markets nur mutigen und langfristig ausgerichteten Anlegern mit einem Stoppkurs bei 2,90 Euro zum Einstieg.

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