- DER AKTIONÄR

Pixelpark - Ziel: Nummer eins

Pixelpark strebt die Marktführerschaft in Deutschland an. DER AKTIONÄR sprach mit Konzernchef Michael Riese über die Konkurrenz und die Ziele für 2006.

DER AKTIONÄR: Herr Riese, wie waren Sie mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden? Konnten Sie Ihre Ziele erreichen?

MICHAEL RIESE: Soweit wir zum jetzigen Zeitpunkt darüber sprechen können, hat Pixelpark seine Ziele im Geschäftsjahr 2005 erreicht. Wir befinden uns in der Finalisierung des Jahresabschlusses, dementsprechend werde ich zum heutigen Tag noch keine Auskunft erteilen. Aber fassen wir zusammen: Der Vorstand hat für das Geschäftsjahr 2005 zwei Ziele formuliert: Dies war zum einen der Vollzug des Turnarounds auf Konzernebene. Bereits der Halbjahresbericht zeigte, dass wir dies erfüllt haben. Zum Zweiten setzt die Pixelpark AG seit Beginn des vergangenen Jahres seine Wachstumsstrategie um. Dies bedeutet, die bestehenden Geschäftsbereiche durch Akquisition neuer profitabler Geschäftseinheiten und damit externes Wachstum zu stärken und auszubauen. Pixelpark hat im Laufe des Jahres mit GFT Media, der Pixelpark Solutions GmbH sowie den Gesellschaften CIB und Opfides sowie der ON-LINE Service GmbH fünf Gesellschaften unterschiedlicher Größe und Ausrichtung akquiriert. Damit haben wir unser Geschäftsportfolio ausgebaut und können nun für das Jahr 2006 deutliche Umsatzsteigerungen planen. Unsere Zielvorgaben im M&A-Umfeld haben wir somit erfüllt.

Was waren 2005 die bedeutendsten Ereignisse für Pixelpark?

Die genannten Ereignisse haben eine Signalwirkung für uns, aber auch für die Branche gehabt. Im vergangenen Jahr haben wir den Beweis geführt, dass wir den Turnaround erfolgreich vollzogen haben. Ein Teil unserer Wettbewerber ist ebenfalls auf dem Weg dorthin, der Markt für Interaktiv-Dienstleistungen wächst wieder. Doch zurück zu Pixelpark: Die Erreichung unserer Ziele im vergangenen Jahr erwächst aus der Summe vieler Komponenten und Ereignisse. Ohne das Vertrauen des Kapitalmarkts, mit dessen Hilfe wir die Wachstumsstrategie finanziell ermöglicht haben, oder die Entwicklung im operativen Bereich könnten wir heute nicht so optimistisch in die Zukunft blicken. Und diese lautet: Im Jahr 2006 wird Pixelpark deutlich wachsen. Wir planen mehr als eine Verdoppelung des Umsatzes gegenüber 2004 (18,2 Millionen Euro in 2004) bei einem erstmalig seit Börsengang positiven Ergebnis.

Kommen wir auf das Jahr 2006 zu sprechen: Wie passt es ins Konzept, dass Pixelpark mit Schindler, Parent & Cie. eine klassische Marketingagentur kaufen will?

Pixelpark hat nach der strategischen Neupositionierung im Jahr 2003 seine Dienstleistungen klar am Kundenbedarf und -nutzen ausgerichtet. Wir erleben zurzeit eine zunehmende Verschmelzung der Kommunikations- und Transaktionskanäle. Also ist es nur logisch, dass wir unsere Kompetenzen im Bereich der digitalen Geschäftsprozesse mit denen einer klassischen Kommunikationsagentur verbinden. Mit dieser Überzeugung stehen wir ja auch nicht allein da: Die Bemühungen von Wettbewerbern, ihr Portfolio ebenfalls mit Dienstleistungen aus dem Umfeld der klassischen Werbung zu erweitern, sind ja bekannt. Pixelpark wird allerdings als erster Interaktiv-Dienstleister den konkreten Schritt dahin gehen. Mit der Übernahme von Schindler, Parent bündeln wir die Kompetenz der Nummer drei am Markt für Interaktiv-Dienstleistungen mit denen einer Top-Ten-Agentur für Corporate Design und klassische Werbung. Wir halten die Zusammenführung von Online und Offline für den nächsten, konsequenten Schritt. Ich wüsste nicht, warum man das trennen sollte.

Nach Ihren Worten will Pixelpark T-Systems die Marktführerschaft in Deutschland streitig machen. Wie wollen Sie das anstellen?

Die Erreichen der Marktführerschaft in Deutschland haben wir als mittelfristiges Ziel bis 2010 formuliert. Das darf man nicht vergessen. Aber betrachten wir einmal folgendes: 2004 waren wir mit 16,3 Mio. EUR reinem Umsatz aus Interaktiv-Dienstleistungen die Nummer drei am Markt. Für 2006 reden wir von mehr als einer Verdoppelung des Gesamtumsatzes und landen knapp da, wo T-Systems 2004 stand. Da ist es nicht vermessen, ein sportliches Ziel zu formulieren. Wir sind schon jetzt der größte konzernunabhängige Dienstleister am Markt, und auch der wachstumsstärkste. Das soll auch zukünftig so bleiben. Allerdings gilt es nun Geld zu verdienen.

Der Name Pixelpark fällt auch immer wieder in Zusammenhang mit Elephant Seven und I-D Media? Bahnt sich hier etwas an?

An dieser Stelle möchte ich Ihre Meldung von letzter Woche aufgreifen. Es ist sinnvoll, dass die marktführenden Unternehmen dieser Branche miteinander sprechen. Ein guter Wettbewerb schließt ja gewinnbringenden Austausch für beide Seiten nicht aus. Dass man dabei auch mögliche zukünftige Perspektiven und deren Chancen erörtert, ist ebenfalls klar - anderenfalls müssten wir uns nicht unterhalten. Gegenüber Möglichkeiten, Marktpositionen zu stärken, sollte man immer aufgeschlossen sein. Aber das ist der Stand der Dinge, den ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt skizzieren kann.

Welche Maßnahmen stehen darüber hinaus auf der Agenda?

Pixelpark hat für 2006 fünf Ziele formuliert: Ganz klar wollen wir weiter den hohen Anspruch der Kundenzufriedenheit bestätigen, d.h. operative Exzellenz. Wirtschaftlich betrachtet wollen wir den Umsatz gegenüber 2004 mehr als verdoppeln und dabei erstmalig in der Unternehmensgeschichte auch ganzjährig ein positives EBIT erzielen. Pixelpark soll auch weiterhin das umsatzstärkste Wachstum in seiner Branche aufweisen. Damit erhöhen wir ebenfalls den Marktanteil und verschaffen uns einen Wettbewerbsvorsprung.

Wie lauten die Planzahlen für das Gesamtjahr 2006?

Wie ich schon sagte, wir planen mehr als eine Verdoppelung des Umsatzes bei einem positiven EBIT gegenüber 2004 mit 18,2 Millionen Euro. Das ist die Messlatte, die wir uns gelegt haben.

Wie beurteilen Sie eigentlich den aktuellen Kurs der Aktie? Sehen Sie Steigerungspotenzial?

In den vergangenen Wochen hat der Aktienkurs die Sperrlinie von 1,60 Euro durchbrochen, welche wir längere Zeit bedingt durch Gewinnmitnahmen nicht knacken konnten. Wir sind zuversichtlich, bei einer gleich bleibend positiven Unternehmensentwicklung das von den Analysten vorgegebene Kursziel von mehr als 2,00 Euro zu erreichen. Vor kurzem lagen wir ja schon bei 1,90 Euro.

Letzte Frage: Wie beurteilen Sie momentan den Markt? Investieren die Firmen wieder mehr in ihren Internetauftritt?

Wir sehen seit Ende 2004 eine Steigerung der Nachfrage nach Interaktiv-Dienstleistungen. Bei unserem Geschäftsmodell werden wieder Budgets vergeben, die durchaus siebenstellig sein können. Im Gegensatz zu damals ist aber hierin nicht nur der einfache Relaunch einer Website enthalten. Die Anforderungen sind wesentlich komplexer: Heute verlangen die Kunden Lösungen in Kommunikation, Transaktion und IT. Mit unserem Dienstleistungsportfolio sind wir in der Lage, dies anzubieten. Im Übrigen sind wir hiermit "time-to-market" und haben gegenüber dem Mitbewerb einen ganzheitlichen Anspruch und hier einen Marktvorsprung von circa zwei Jahren.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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