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Pillenschmiede

STADA erschließt durch die Übernahme von Hemofarm neue Märkte in Osteuropa. Das sollte sich für den Anleger schon bald auszahlen. Das Forschungsinstitut IMS Health erwartet weltweit bis 2009 ein jährliches Wachstum von 15 Prozent für preiswerte Nachahmermedikamente. Von dieser Aussicht will auch STADA profitieren. Trotz der erzwungenen Preissenkungen können die Hessen mit weiteren Gewinnen rechnen.

STADA erschließt durch die Übernahme von Hemofarm neue Märkte in Osteuropa. Das sollte sich für den Anleger schon bald auszahlen.

Das Forschungsinstitut IMS Health erwartet weltweit bis 2009 ein jährliches Wachstum von 15 Prozent für preiswerte Nachahmermedikamente, so genannte Generika. Von dieser Aussicht will auch STADA profitieren. Trotz der erzwungenen Preissenkungen durch das neue Arzneimittelgesetz in Deutschland können die Hessen mit weiteren Gewinnen rechnen.

Expansionslust

Als ein Faustpfad für gute Zahlen gilt der jüngste Coup von STADA: Die Hessen haben kürzlich Hemofarm für rund 485 Millionen Euro übernommen. Das ist der größte Zukauf in der Firmengeschichte. Die Serben zählen zu den Top-5 der Generikahersteller in Osteuropa. Im vergangenen Jahr verzeichnete Hemofarm einen Umsatzanstieg von 30 Prozent auf 205 Millionen Euro. Ein zweistelliges Wachstum der Serben erwarten Experten auch für das Fiskaljahr 2006, was STADA neue Impulse liefern sollte. Zudem rechnet Carsten Kunold, Analyst bei Merck Finck & Co Privatbankiers, mit Einsparmaßnahmen von bis zu 50 bis 60 Millionen Euro für STADA durch die Verlagerung von Produktionsprozessen ins Billiglohnland Serbien. Durch das erweiterte Osteuropa-Geschäft sieht er für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung des Pharmaunternehmens von über 15 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro als realistisch an. Der Gewinn soll um mehr als 30 Prozent auf 153 Millionen Euro steigen.

Neue Chancen

Ein weiterer entscheidender Schritt war der Verkauf des defizitären Amerikageschäfts. Dava Pharmaceuticals zahlt den Hessen insgesamt 31 Millionen Euro für die ehemalige USTochter. Allein im letzten Jahr erzielte das Filialunternehmen einen Verlust von zehn Millionen Euro. Man wolle sich mit dem Verkauf wieder auf die margenstarken Märkte konzentrieren und weiter nach Osteuropa expandieren, so Vorstandschef Hartmut Retzlaff. Darüber hinaus will STADA bis spätestens 2008 das Medikament Erythropoetin-Zeta auf den Markt bringen. Es soll die Bildung roter Blutkörperchen bei Krebspatienten anregen. Das Originalprodukt Epogen ist ein wahrer Blockbuster des amerikanischen Pharmaunternehmens Amgen. Der Biotech-Konzern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar mit dem Präparat. Die Chancen für STADA stehen gut, weil das Patent für Epogen in Europa Ende letzten Jahres abgelaufen ist.

Die richtige Wahl

STADA überzeugt durch seine Expansion in die wachstumsstarken Märkte Osteuropas. Der Verkauf der verlustreichen US-Tochter und die mögliche Einführung einer preiswerten Variante von Erythropoetin verleihen der Aktie zusätzliche Kursfantasie. Seit der Empfehlung im AKTIONÄR im Februar 2005 hat die STADA-Aktie um 38 Prozent zugelegt. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse hat das Papier aber weiteres Potenzial.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 32/2006.

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