PFLEIDERER AG
- Markus Bußler - Redakteur

Pfleiderer: Weitere Insiderverkäufe

Nachdem zuletzt Vorstandsvorsitzender Hans Overdiek Anteile an dem Holzverarbeiter Pfleiderer verkauft hat, ist es jetzt die Vermögensverwaltung HTP, die sich von Aktien trennt. Hinter HTP steht Hans Theodor Pfleiderer. Er hat insgesamt rund 250.000 Aktien verkauft. Kein gutes Zeichen.

Noch im Dezember jubelte die Börse, als Pfleiderer mit den Banken sich auf eine Übereinkunft verständigt hat. Bis März wollen die Banken keine Kredite kündigen. Das Unternehmen hat Zeit, eine Restrukturierung vorzulegen und sich neu aufzustellen. Werksschließungen wurden angekündigt, um Überkapazitäten aus dem Markt zu nehmen.

Insiderverkäufe

Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf diese Nachrichten. In diese Kursstärke hinein verkaufte jedoch Vorstandsvorsitzender Hans Overdiek Pfleiderer-Aktien. An der Börse sind Insider-Verkäufe in der Regel alles andere als ein gutes Zeichen. Bedenkt man, dass die Pfleiderer-Aktie in den Wochen vorher massiv an Wert verloren hat, stellt sich Anlegern die Frage, wieso ausgerechnet jetzt Insider ihre Papiere auf den Markt werfen.

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass Pfleiderer auf einem riesigen Schuldenberg sitzt. Die Rede war zuletzt von mehr als 900 Millionen Euro. Die angekündigten Werksschließungen dürften das Ergebnis noch einmal belasten. Und die zuletzt vorgelegten Zahlen waren alles andere als ermutigend. Pfleiderer erwirtschaftet noch immer Verluste. Die Prognose wurde kassiert, wann der Turnaround geschafft werden kann, ist weiter offen.

DER AKTIONÄR hatte Anlegern geraten, es dem Vorstand gleich zu tun und Aktien in Kursstärke hinein zu verkaufen. Wie Pfleiderer den Schuldenberg abbauen will, ist völlig offen. Wahrscheinlich sind weitere Kapitalmaßnahmen - und die würden die Anteile der Aktionäre stark verwässern. Anleger sollten die Papiere des SDAX-Konzerns weiter meiden.

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