PFLEIDERER AG
- Markus Bußler - Redakteur

Pfleiderer: Aufsichtsräte gehen

Pfleiderer kommt nicht zur Ruhe. Nachdem zuletzt Insiderverkäufe für Aufsehen sorgten, haben jetzt zwei Aufsichtsratsmitglieder ihr Amt niedergelegt. Aufsichtsratsvorsitzender Christopher von Hugo und Helmut Burmester werden am 17. Februar ausscheiden.

Das dürfte insofern interessant sein, da es sich bei den beiden Aufsichtsräten um Vertreter von Großaktionär One Equity Partners (OEP) handelt. Offiziell heißt es, mit dem Schritt möchten die beiden Aufsichtsräte potenzielle Interessenkonflikte im Zusammenhang mit der anstehenden Restrukturierung bei Pfleiderer vermeiden. Zu weiteren Details schweigt man sich bei dem Bau- und Möbelzulieferer aus.

Gründe schleierhaft

Das lässt natürlich jede Menge Interpretationsspielraum und Raum für Spekulationen: Wie soll die Restrukturierung wirklich aussehen? Klar scheint jedenfalls eines: Die Besitzverhältnisse werden sich weiter ändern. Die Frage ist nur: Welche Rolle wird dabei OEP spielen? Zieht sich die Investmentgesellschaft, hinter der die US-Großbank JPMorgan Chase & Co steht, aus Pfleiderer zurück? Damit müsste die Stücke von OEP im Zuge der Restrukturierung umplatziert werden - und OEP müsste vermutlich herbe Verluste mit dieser Position verbuchen. Allerdings ist fraglich, welcher Interessenskonflikt in einem solchen Fall bestehen sollte.

Möglich wäre auch, dass OEP seinen Anteil aufstockt. Nur dann ist nicht klar, weshalb man die Einflussmöglichkeiten im Aufsichtsrat im Vorfeld abgeben möchte. Bleibt die Möglichkeit einer größeren Kapitalmaßnahme, die den Anteil von OEP verwässern würde, sollte diese nicht von OEP mitgetragen werden. Aber auch dann ist nicht ersichtlich, weshalb die Aufsichtsräte ihr Amt niederlegen.

Der Rückzug der beiden Aufsichtsräte gibt Rätsel mit Blick auf die künftige Rolle von One Equity Partners bei Pfleiderer auf. DER AKTIONÄR hatte in der Vergangenheit mehrfach geraten, die Aktie des Bau- und Möbelzulieferers zu meiden. An dieser Ansicht hat sich nichts geändert. Noch ist nicht klar, wie die Restrukturierung über die Bühne gehen soll und ob und falls ja in welchem Umfang Kapitalmaßnahmen geplant sind, die die Anteile der Aktionäre verwässern werden. Die Aktie ist und bleibt derzeit Zockern vorbehalten.

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