Pfeiffer Vacuum
- Werner Sperber - Redakteur

Pfeiffer Vacuum atmet durch

Der Spezialpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum Technology hat nach dem sehr guten Jahr 2008 Ergebnisse für 2009 vorgelegt, welche besser sind als erwartet. Zum Jahresende hin ist ein Aufschwung zu erkennen und mit der zum 1. Januar übernommenen Trinos Vakuum Systeme GmbH sind die Aussichten für das laufende Jahr gut.

Im Jahr 2008 hat die in Aßlar ansässige Pfeiffer Vacuum Technology einen Folgeauftrag aus der Solarindustrie erhalten, der für außergewöhnlich hohe Auftrags- und Umsatzzahlen gesorgt hat. Im Jahr 2009 fehlte dieser Effekt. Vor diesem Hintergrund sind die vorläufigen Zahlen für 2009 gut ausgefallen, auf jeden Fall besser als die Analystenschätzungen und die Prognosen des Vorstandes für den schlimmsten Fall. Vorstandsvorsitzender Manfred Bender ist für dieses Worst-Case-Szenario von Umsätzen zwischen 168 und 178 Millionen Euro und einer EBIT-Marge von mehr als 20 Prozent ausgegangen. Tatsächlich sanken die Erlöse um 8,1 Prozent auf 182 Millionen Euro und die EBIT-Gewinnspanne auf 20,8 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um 26,6 Prozent auf 37,8 Millionen Euro. Der Wert der erhaltenen Aufträge gab im Vergleich zum Rekordniveau von 2008 um 28,5 Prozent auf 161,2 Millionen Euro nach und der Auftragsbestand zum 31. Dezember verringerte sich um 34,1 Prozent auf 40,2 Millionen Euro. Im Verlauf des Jahres 2009 sind die Orderzahlen jedoch gestiegen. Im vierten Quartal alleine betrachtet, erhielt Pfeiffer Vacuum Bestellungen im Wert von 43,9 Millionen Euro, was mehr ist als in jedem anderen Quartal des vergangenen Jahres und auch mehr als die 42,6 Millionen Euro aus dem vierten Quartal 2008.

Trinos und Aufwärtstrend

Konzernchef Manfred Bender kommentiert: "Ich bin sehr zufrieden, dass das Unternehmen im Berichtsjahr vergleichsweise gut durch die Wirtschaftskrise gekommen ist. Der Auftragsbestand zum Ende des Jahres 2009 stellt für uns einen guten Wert dar, denn unser Geschäft ist von immer kürzeren Bestellzyklen geprägt. Diesem Umstand haben wir mit der Neustrukturierung und dem Ausbau unserer Fertigung in Aßlar bereits Rechnung getragen. Aufgrund des positiven Trends bei den Auftragseingängen und den Fortschritten bei der Integration unseres neuen Konzernmitglieds Trinos Vakuum-Systeme sind wir zuversichtlich für das laufende Jahr." Die im Jahr 1997 gegründete Trinos Vakuum-Systeme GmbH erzielte im Jahr 2008 mit 140 Mitarbeiern einen Umsatz von rund 18 Millionen Euro.

Asien rückt stärker in den Fokus

Die Zuversicht von Bender sollten die Messetermine vor der Bilanzpressekonferenz (23. März) noch stärken. Pfeiffer Vacuum präsentiert sich dabei in den USA, in Japan und der Volksrepublik China. Noch im März folgt ein Messeauftritt in Russland. Von einem niedrigen Niveau aus erschließt sich der Konzern also immer stärker den asiatischen Markt und auch ein Folgeauftrag aus der Solarindustrie ist immer im Rahmen des Möglichen. Vorstandsvorsitzender Bender könnte also durchaus bei der Hauptversammlung am 20. Mai in Wetzlar eine optimistische Prognose für das Jahr 2010 abgeben.

Für Anleger mit langem Atem

Fundamental, also operativ wie bilanziell, ist Pfeiffer Vaccuum ein sehr stabiler Konzern, der mit hochqualitativen Produkten überzeugt. Charttechnisch sieht es für die Aktie derzeit aber nicht so gut aus. Sinkt der Kurs auf Werte von weniger als 54 Euro, drohen weitere Rücksetzer. Mit einem Stoppkurs bei 53 Euro und einem Kursziel von 68 Euro ist ein Engagement derzeit nur für langfristig orientierte Anleger geeignet.

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