Peugeot
- Michael Schröder - Redakteur

Peugeot: Der profitabelste Autobauer Europas fährt auf der Überholspur

Vor wenigen Monaten noch stand Peugeot kurz vor der Pleite. Jetzt rückt der Turnaround in greifbare Nähe. Die Aktie des französischen Autobauers ist recht Stabil durch die volatilen Handelstage gekommen. Risikofreudige Anleger können mit Hebel auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends spekulieren.


Vor rund 17 Monaten wurde Carlos Tavares mit großem Tamtam bei Peugeot PSA vorgestellt. Tavares, lange Zeit die Nummer 2 bei Renault, sollte den angeschlagenen Autobauer retten. Viele Analysten waren bei seinem Amtsantritt noch skeptisch.

Jetzt kommen die Experten kaum noch hinterher, die Kursziele für die Peugeot-Aktie nach oben anzupassen. Carlos Tavares hat geliefert: Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2015 um 4,6 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Damit erholt sich die Nummer 1 unter den französischen Autobauern schneller als geplant. Besonders gut lief es in den ersten Monaten 2015 in Asien. Vor allem die starke Nachfrage in China sorgte bei Peugeot für ein Absatzplus von neun Prozent. Damit nicht genug. Tavares hat angekündigt, die Produktpalette von 45 auf 26 Modelle zusammenzustreichen. Der Gürtel wird also noch enger geschnallt, es wird noch mehr gespart, sodass spätestens 2016 die Gewinne wieder sprudeln.

Die Analysten jedenfalls sind voll des Lobes. Vor wenigen Tagen hat die HSBC Peugeot zum Kauf empfohlen. Das Kursziel wurde von 20 auf 24 Euro angehoben. Analyst Horst Schneider rechnet mittlerweile mit einer deutlich schnelleren Ergebniserholung als bisher. Der Experte hob seine Prognose für den Gewinn je Aktie um 60 Prozent an.

Auch Analyst José Asumendi von JPMorgan sieht das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Peugeot durchlaufe derzeit eine fundamentale Umstrukturierung und könnte sogar in zwei Jahren zum profitabelsten europäischen Massen-Autohersteller werden, so der Experte.

Peugeot befindet sich in der Restrukturierung. Klappt der Turnaround, hat die Aktie noch weiteres Potenzial. An der Börse wird Peugeot derzeit mit knapp 14 Milliarden Euro bewertet. Das macht ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,25. Zum Vergleich: Daimler oder der Massenhersteller VW werden mit einem KUV zwischen 0,5 und 0,8 gehandelt. 

Zuletzt haben Übernahmefantasien die Aktie angetrieben. Genährt wurden diese Spekulationen von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, nach dem die Franzosen ins Visier von Fiat geraten könnte, sollte der Plan des italienischen Konzerns für eine Fusion mit dem US-Konkurrenten General Motors scheitern.

Charttechnisch hinterlässt die Peugeot-Aktie derzeit einen glänzenden Eindruck. Das Papier ist unter hohen Umsätzen über das alte Hoch von 17,41 Euro nach oben ausgebrochen und hat bei 19,71 Euro ein neues Hoch markiert. Die anschließende Konsolidierung ist bereits beendet. Eine schnelle Fortsetzung der Aufwärtsbewegung scheint möglich. 25 Euro sind langfristig durchaus im Bereich des Möglichen.

Dann hätte der Wave Unlimited Call von der Deutschen Bank (WKN XM1R4F / akt. Kurs: 5,80 Euro) ein Potenzial bis 11,50 Euro. Der Schein eignet sich aber nur als kleine, spekulative als Depotbeimischung. Der Stopp sollte bei 4,65 Euro platziert werden.

 

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