Pepsico
- Thorsten Küfner - Redakteur

Pepsico: Die beste Dividendenaktie der Welt?

Pepsico ist weit mehr als nur ein Colahersteller. Der Konzern ist der weltweit zweitgrößte Nahrungsmittelhersteller, verfügt über 22 Produkte mit einem Umsatz von über eine Milliarde Dollar und die Aktie dank einer seit dem Jahre 1972 (!) stetig steigenden Dividende ein echter Appetithappen.

Es ist alle drei Monate eigentlich immer dasselbe: Der Stahl-Riese Alcoa legt seine Zahlen für die abgelaufenen drei Monate vor und eröffnet regelmäßig die US-Quartalsberichtssaison. Dieses Mal war jedoch ein anderer Konzern schneller: Pepsico präsentierte die Geschäftszahlen für das dritte Quartal bereits zwei Tage vor Alcoa. Und der Coca-Cola-Rivale nutzte diese Bühne perfekt. So übertraf das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn von 1,36 Dollar je Aktie deutlich die Prognosen der Analysten von 1,25 Dollar pro Anteilschein. Der Umsatz verringerte sich zwischen Juli und September zwar um fünf Prozent auf 16,3 Milliarden Dollar. Dies lag aber hauptsächlich an negativen Währungseffekten. Bereinigt um die Effekte des bemerkenswert starken Dollars kletterten die Erlöse um 7,4 Prozent.

Als Sahnehäubchen des starken Quartals­ergebnisses hob Pepsico-Chefin Indra Nooyi die Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht an. Demnach erwartet sie nun einen Ergebnisanstieg von neun Prozent. Zuvor wurde noch mit einem Plus von acht Prozent gerechnet.

Von einem Kaufsignal zum nächsten
Durch die starken Zahlen und die Prognoseanhebung hat die Pepsico-Aktie einen Kurssprung hingelegt, dadurch wurde ein neues Kaufsignal generiert. Der Weg nach oben wäre für die Papiere nun frei bis zum Allzeithoch bei 100,76 Dollar. Wird auch diese Marke geknackt, dürften die Bullen weiteren Rückenwind erhalten. Die Aktie ist daher aus charttechnischer Sicht attraktiv – und auch aus Sicht von Dividendenjägern.

Dividende steigt seit 1972
Errechnet man die aktuelle Dividendenrendite, so kommt man auf einen Wert von 2,9 Prozent. Das ist für US-Verhältnisse zwar ordentlich, aber nicht berauschend. Hierbei sollten Anleger aber vor allem auf die Entwicklung blicken. Denn Pepsico ist ein Muster an Konstanz – oder eher ein Muster an konstanten Steigerungen. Denn der Konzern zählt wie etwa Coca-Cola, McDonald’s oder der Pampers-Hersteller Procter & Gamble zum elitären Club der Dividendenaristokraten. In den USA zählen zu den Dividendenaristokraten ausnahmslos Unternehmen, bei denen die Dividende seit mindestens 25 Jahren beständig Jahr für Jahr ohne eine einzige Unterbrechung um mindestens einen Cent je Aktie angehoben wurde.

Im Jahre 1972 – dem Jahr, in dem etwa noch Gerd Müller zwei Treffer zum 3:0 im Finale der Fußball-Europameisterschaft gegen die UdSSR beisteuerte – zahlte Pepsico den Aktionären noch pro Quartal 0,5 Cent je Anteil. Fortan wurde die Ausschüttung stetig erhöht.

Und in den vergangenen Jahren hat diese ohnehin schon atemberaubend starke Entwicklung sogar noch an Dynamik zugelegt. Belief sich die 2001 ausgeschüttete Quartalsdividende noch auf 14 Cent je Aktie (woraus sich eine Jahresausschüttung von 0,56 Dollar errechnet), sind es 2015 sogar 70,25 Cent beziehungsweise 2,81 Dollar pro Anteil im Jahr – das ist eine Verfünffachung der Ausschüttung in nur 14 Jahren und das 140-fache der Quartalsdividende von 1972! Der wichtigste Grund für dieses bemerkenswert stabile Wachstum ist die sehr breite Aufstellung des Konzerns.

22 Blockbuster im Portfolio
In der Pharmabranche spricht man bei Medikamenten, die Umsätze von mehr als einer Milliarde Dollar generieren, von Blockbustern. Im Nahrungsmittelsektor gibt es einen derartigen Begriff für Topseller hingegen nicht. Pepsico hat davon jedenfalls jede Menge: Im abgelaufenen Jahr wurde bei 22 Produkten des Konzerns mit Hauptsitz in Purchase im Bundesstaat New York die Schwelle von einer Milliarde Dollar übertroffen. Indes erzielt das Unternehmen, das hierzulande vor allem für Pepsi-Cola bekannt ist, rund die Hälfte der Erlöse mit Nahrungsmitteln, allen voran Chips von Lays oder Frühstücksflocken von Quaker Oats, die insbesondere in Amerika ein Renner sind.

Für die Aktionäre ist solch eine breite Produktpalette natürlich eine hervorragende Sache. Denn während andere Börsen-Giganten vom Verkauf einiger bestimmter Produkte abhängig sind (wie Apple beispielsweise vom iPhone), müssen sich Pepsicos Aktionäre keine größeren Sorgen machen, sollten einzelne Produkte einmal weniger nachgefragt werden.

Ein echter Analystenliebling
Das gut diversifizierte Produktportfolio, die bemerkenswerte Dividendenhistorie und auch die zuletzt starken Quartalszahlen konnten Ian Shackleton von der japanischen Großbank Nomura nicht wirklich überzeugen. Der Analyst stuft die Aktie unverändert mit „Reduce“ ein und sieht das Kursziel lediglich bei 83 Dollar. Grund zur Sorge besteht deshalb aber keineswegs. Denn Shackleton ist derzeit der einzige Experte, der bei Pepsico zum Ausstieg rät. Von den 31 Analysten, die sich regelmäßig mit der Aktie befassen, empfehlen 20 den Kauf und zehn stufen die Papiere mit „Halten“ ein.

Sicherer Hafen für Dividendenjäger
Unter den vorgestellten Dividendenperlen ist Pepsico sicher nicht die dynamischste Aktie, dafür aber wohl der sicherste Dividendenzahler. Denn den Titel Dividendenaristokrat einhergehend mit der stolzen Tradition gibt man nicht so einfach ab. Zumal sich bei Pepsico dank der guten Aussichten und des sehr breiten Produktportfolios in absehbarer Zeit wohl kaum die Frage einer Dividendenkürzung stellen dürfte.

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