Coca-Cola
- Thorsten Küfner - Redakteur

Pepsi oder Coca-Cola – Wer ist besser?

Für viele Menschen ist es eine Art Glaubensfrage. Was schmeckt besser: Pepsi oder Coca-Cola? Auch an der Börse ist das Duell der Getränkeriesen ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen. DER AKTIONÄR geht nun der Frage nach, bei welcher Aktie sich eher der Einstieg lohnt.

Es ist ein bereits seit mehreren Jahrzehnten währender Wettstreit - Coca-Cola gegen Pepsi. In den USA bekriegen sich die beiden Getränkegiganten regelmäßig in ihren Werbespots. Ein klarer Gewinner des Wettstreits hat sich bislang noch nicht herauskristallisiert. Auch an der Börse schenken einander beide Aktien kaum etwas. DER AKTIONÄR hat die beiden Titel näher unter die Lupe genommen, um zu ermitteln, wer der Sieger dieses „ewigen Duells" ist.

Die Gewinne sprudeln weiter

In der ersten Runde des Wettstreits im Jahr 2012 legte Coca-Cola beeindruckende Zahlen vor. Von Januar bis März des laufenden Jahres kletterte der Umsatz um sechs Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Der Überschuss legte sogar um acht Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar zu. Einen gehörigen Anteil am Umsatz- und Gewinnwachstum hatten Schwellenländer wie China oder Indien. Dort gönnen sich immer mehr  Konsumenten den Genuss von Coca-Cola. Schließlich verkörpert die Brause den von vielen Menschen dort verehrten „American Way of Life" wie kaum ein anderes Produkt.

In den gesättigten Märkten wie Nordamerika oder Europa gelingt es Coca-Cola geschickt, die sich abschwächende Nachfrage nach den klassischen Verkaufsschlagern wie Coca-Cola, Mezzo-Mix, Fanta oder Sprite durch Getränke zu kompensieren, die zum wachsenden Gesundheitsbewusstsein in den Industrieländern passen. So baut der Konzern aus Atlanta seine Palette an Mineralwasser und Fruchtsäften stetig weiter aus. Die Erfolgsstory von Coca-Cola geht also weiter, die Erlöse und Gewinne dürften daher auch in den kommenden Jahren kräftig weitersprudeln.

Aktie läuft und läuft

Angesichts der anhaltend starken operativen Geschäftsentwicklung verwundert diese Entwicklung kaum: Der Aktienkurs von Coca-Cola markierte folgerichtig zuletzt weitere Allzeithochs. Aus charttechnischer Sicht sieht es weiterhin gut aus. Dies sieht offenbar auch der Vorstand ähnlich. Um die Aktie des Getränkegiganten optisch günstig erscheinen zu lassen, soll daher ein weiterer Aktiensplit durchgeführt werden. Stimmen die Anteilseigner erwartungsgemäß zu, erhalten Aktionäre wohl Ende Juli zwei Aktien für eine alte, die dann aber nur noch halb soviel wert ist - zumindest vorerst.

PepsiCo hinkt hinterher

Im ersten Quartal verbuchte der Coca-Cola-Rivale PepsiCo einen Gewinn von 1,13 Milliarden Dollar beziehungsweise 0,69 Dollar je Aktie. Damit verdiente der Konzern zwar etwas weniger als im Vorjahreszeitraum, lag aber über den Prognosen der Analysten von 0,67 Dollar. Ein Grund für den niedrigeren Gewinn waren die hohen Rohstoffkosten. Daneben verschlingt die Neuausrichtung des Marketings weiter Geld. PepsiCo rechnet daher für das laufende Jahr mit einem Ergebnisrückgang im einstelligen Prozentbereich.

Das Unternehmen muss sich etwas einfallen lassen, um nicht noch weiter Boden an Coca-Cola zu verlieren. In den USA ist Pepsi mittlerweile schon auf den dritten Platz der beliebtesten Getränke abgerutscht - hinter Coca-Cola und Coca-Cola Light. Um zumindest wieder auf den zweiten Rang vorrücken zu können, hat das PespiCo-Management die Werbeausgaben um knapp ein Viertel in die Höhe geschraubt.

Im Zuge der Neuausrichtung des gesamten Unternehmens werden auch knapp drei Prozent der Belegschaft wegfallen. Konzernchefin Indra Nooyi zeigte sich mit dem bisher Erreichten zufrieden und erklärte, man sei mit dem Umbau auf Kurs, es zeigten sich „gute Resultate, die im weiteren Jahresverlauf noch besser greifen" sollten.

Welche Aktie hat die Nase vorn?

Bei Coca-Cola läuft es derzeit also klar besser als bei PepsiCo. Dies spiegelt sich aktuell auch leicht in der Bewertung der beiden Titel wider. So sind die PepsiCo-Anteile gemessen an KGV, KUV und der Dividendenrendite etwas günstiger bewertet als die Papiere von Coca-Cola. Der Gigant aus Atlanta gleicht dies allerdings durch eine höhere Profitabilität aus, verfügt über die etwas besseren Zukunftsaussichten und weist zudem ein stärkeres Wachstum aus.

Zwei klare Käufe

Coca-Cola hat in diesem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei sehr starken Aktien derzeit zwar leichte Vorteile, für Anleger, die in PepsiCo investiert sind, besteht allerdings kein akuter Handlungsbedarf. Denn grundsätzlich sind beides Qualitätsaktien, die dank ihrer langfristig positiven Aussichten vor allem in den Schwellenländern sowie dank ihrer relativ konjunkturunabhängigen Geschäftsmodelle gerade für konservative Anleger klare Kaufkandidaten sind.

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