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Partygaming - Das große Erwachen?

Die Aktie des Glücksspielanbieters Partygaming sackte am gestrigen Dienstag über 30 Prozent in die Tiefe. Der Anfang vom Ende? DER AKTIONÄR hat die aktuelle Unternehmenssituation analysiert.

Die Aktie des Glücksspielanbieters Partygaming sackte am gestrigen Dienstag über 30 Prozent in die Tiefe. Der Anfang vom Ende? DER AKTIONÄR hat die aktuelle Unternehmenssituation analysiert.

Von Nancy Lanzendörfer

Mit einem Kursrutsch von über 30 Prozent reagierte die Aktie von Partygaming am gestrigen Dienstag auf eine Meldung des Unternehmens: Der britische Glücksspielanbieter, der erst im Juni nicht nur ein äußerst erfolgreiches IPO, sondern auch die größte Emission in Europa im ersten Halbjahr feierte, berichtete zwar von starken Zuwächsen in der Vergangenheit, warnte aber auch vor schwächeren Wachstumsraten. Die Aktie, die vor wenigen Wochen zu 116 Britische Pence ausgegeben wurde und dann auf bis zu 179,50 Pence geklettert war, rutschte sogar unter den Emissionspreis.

Niedrigere Prognosen, dennoch Kauf-Empfehlung

Im ersten Halbjahr steigerte der Online-Poker-Anbieter seinen Nettogewinn um 25 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 171 Millionen Dollar oder 4,5 Cent je Aktie. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 70 Prozent auf 258 Millionen Dollar. Analysten hatten im Vorfeld 250 Millionen prognostiziert. Der Umsatz verbesserte sich sogar um 81 Prozent auf 437 Millionen Dollar und lag im Rahmen der hohen Markterwartungen.

Partygaming generiert den Großteil mit Poker-Spielen, 87 Prozent der Umsätze erwirtschaftet die in Gibraltar beheimatete Firma in den USA, wo die Justiz derartige Online-Spiele eigentlich als illegal ansieht. Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein reduzierten nun ihre Prognosen für 2006 für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um zwölf Prozent auf 622 Millionen Dollar und senkten ihr Kursziel von 210 auf 150 Pence. Ihr "Kauf"-Rating behielten sie aber bei.

Schwächeres Wachstum erwartet

Partygaming erklärte, vor dem Hintergrund eines moderaten Marktwachstums weiterhin gute, jährliche Umsatzsteigerungen erzielen zu wollen, wenngleich sich das Wachstum abschwächen wird. Anleger, die auf das zukünftige Potenzial des Marktführers im Online-Poker-Markt gesetzt hatten, waren daher enttäuscht. Doch wie schon Paul Leyland von Seymour Pierce erklärte, war dies "zwar eine extreme Kursreaktion, aber ich denke, es ist eine nützliche Korrektur für den Sektor". Zudem ist und bleibt Partygaming vor allem aufgrund der rechtlichen Problematik wohl vor allem spekulativ ausgerichteten Anlegern vorbehalten.

 

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