Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Panik wegen Grexit - das sind die großen Verlierer

Seit knapp fünf Jahren hält Griechenland die Börse in Atem. Tritt das schwer angeschlagene Land aus dem Euro aus? Wird es gerettet? Schaut man sich am Montag die Aktienkurse an, kann die Antwort nur lauten: Akropolis adieu, du musst gehen.

Der DAX verliert am Montagnachmittag 1,7 Prozent und hält sich nur noch ganz knapp über der Marke von 11.000 Punkten. Besonders schlimm erwischt es die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank, obwohl beide Konzerne ihre Griechenland-Investments längst rapide abgebaut haben.

Doch diese Verluste sind nichts gegen den Kursrutsch in Athen. Der griechische Leitindex Athex Composite büßt am Montag fünf Prozent auf 736 Punkte ein. Vor allem der Bankensektor geriet wegen der Sorgen vor einem Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro-Raum unter erheblichen Verkaufsdruck und verlor rund zehn Prozent an Wert.

Am griechischen Anleihemarkt stiegen die Risikoaufschläge für kurzlaufende Papiere besonders stark. Zweijährige Staatsanleihen des Landes rentierten im Vormittagshandel mit bis zu 27 Prozent. Verglichen mit Freitag erhöhte sich die Rendite um mehr als eineinhalb Prozentpunkte. Zum Vergleich: Entsprechende Anleihen anderer südeuropäischer Euroländer wie Spanien, die immer noch als anfällig für Stimmungsschwankungen an den Börsen gelten, rentieren derzeit mit deutlich weniger als einem Prozent.

Am Wochenende hatte sich der Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern wieder zugespitzt. Bei den diskutierten Reformen für Hellas bestehen weiter große Meinungsdifferenzen, die auch ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker nicht verringern konnte. Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis dringt außerdem auf einen Schuldenerlass.

Juncker will weiter vermitteln

Am Wochenende hatte sich der Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern zwar wieder zugespitzt, weil die Reformvorschläge den Geldgebern nicht weit genug gehen. Doch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker lässt dem Land die Türen offen. „Falls es etwas Neues gibt, wären wir sehr glücklich, als Vermittler beizutragen“, sagte der Chefsprecher der Behörde, Margaritis Schinas, am Montag in Brüssel.

Grexit - das müssen Sie wissen

Sollte Griechenland aus dem Euro ausscheiden, drohen den europäischen Aktienmärkten nach Ansicht von Ralf Zimmermann, Bankhaus Lampe, weitere Abschläge. „Der DAX könnte durchaus auf 10.000 Punkte fallen. Aber er würde sich dort wieder fangen und erholen.“

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Ampel steht auf Dunkelgelb

Die Deutsche Bank veröffentlicht am 24. Oktober ihre Ergebnisse zum abgelaufenen dritten Quartal. Die Erwartungen der Analysten kann das Geldhaus eigentlich nicht mehr verfehlen, da sie nahezu täglich nach unten revidiert werden. Trotz Überraschungspotenzial ist die Aktie einer wichtigen … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Commerzbank und Deutsche Bank: Kleine Fische

Am Freitag hatten Citigroup, JPMorgan Chase und Wells Fargo ihre Ergebnisse zum abgelaufenen Geschäftsquartal präsentiert und die Märkte positiv überrascht. Und auch die Bank of America (BofA) weiß zu glänzen und stellt am Montagnachmittag eine saubere Bilanz vor. Angesichts der starken Zahlen … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Commerzbank, Deutsche Bank - so handeln Sie jetzt!

Die Zinsen steigen, doch den deutschen Geldhäusern hilft das am Donnerstag reichlich wenig. Commerzbank und Deutsche Bank fallen stärker als der Markt. Offensichtlich wiegt die Schuldenproblematik schwerer als die Sorgen um einen weltweiten Konjunktureinbruch. Aus technischer Sicht könnten die … mehr