DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX rauscht im China-Sog nach unten - das sind die nächsten Unterstützungen

Nach der rekordkurzen Handelssitzung an den chinesischen Börsen geht in deutschen Anlegerkreisen die Angst um. Die Folge: Der DAX notiert kurz vor 10:00 Uhr nicht nur unter der psychologisch wichtigen 10.000-Punkte-Marke, sondern bereits unter 9.900 Zählern. Von einer saisonal üblichen Jahresanfangsrallye ist weit und breit nichts zu spüren.

Bullen vor Kapitulation

Das ist ein Jahresauftakt, wie sie sich die allerwenigsten gewünscht haben. Nachdem die Börsen in Shanghai und Shenzen nur eine halbe Stunde geöffnet und mit über sieben Prozent Minus aus dem Handel gegangen waren, gibt es auch in Deutschland kaum Gegenwehr aus dem Bullenlager. Der DAX glitt durch die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten wie ein heißes Messer durch Butter.

Nach dem Bruch dieser wichtigen Unterstützung droht bald auch der seit fünf Jahren gültige Aufwärtstrend zu kippen. Die entsprechende Trendlinie verläuft bei etwa 9.720 Punkten und ist damit keine zwei Prozent mehr entfernt.

Auf Basis einer sogenannten "Measured-Move-Projektion" ergibt sich ein Kursziel von 9.550 Zählern. Dieses lässt sich dadurch ableiten, indem man den Kursrutsch von Anfang Dezember (circa 1.310 Punkte) an das jüngste Verlaufshoch bei 10.860 Punkten anlegt. Sollte auch hier noch nicht Schluss mit dem Abgabedruck sein, rückt das Verlaufstief bei 9.310 Zählern ins Visier.

Weiteres Abwärtsrisiko

Angesichts der starken Abwärtsdynamik ist in den nächsten Tagen durchaus mit neuen Zwischentiefs zu rechnen. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte der mittelfristige Aufwärtstrend einem Test unterzogen werden. Hier müssen sich die Bullen beweisen, ob sie genug Kraft haben, den Markt zu stützen. Für antizyklische Long-Positionen ist es momentan noch zu früh.

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