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Pack' die Badehose ein …

Expedia wirbt mit Kampfpreisen für seine Urlaubsreisen. Aber auch die Aktie ist ein echtes Schnäppchen. Dabei überzeugen die Amerikaner auch bei den Bilanzdaten.

Expedia wirbt mit Kampfpreisen für seine Urlaubsreisen. Aber auch die Aktie ist ein echtes Schnäppchen. Dabei überzeugen die Amerikaner auch bei den Bilanzdaten.

Von Martin Weiß

Es gibt nicht viele Unternehmen, die es im Internet bis ganz an die Spitze geschafft haben. Amazon gehört dazu, Ebay auch und dann noch Google und Yahoo. Das größte Reiseportal im Netz, Expedia, blickt ebenfalls mit einigem Abstand auf seine Konkurrenten herab, ist aber weit weniger bekannt als Amazon & Co. Das liegt in erster Linie daran, dass Expedia erst im August vom E-Commerce-Riesen Interactive Corp. abgespalten wurde.

Die richtige Mischung macht's

Expedias Geschäftsmodell fußt auf zwei Säulen: dem so genannten Agency- und dem Merchant-Modell. Knapp 60 Prozent des gesamten Geschäfts laufen über das gewinnträchtige Agency-Modell, bei dem Expedia lediglich als Reisevermittler auftritt. Das beschert dem Konzern zwar weniger Umsätze, weil nur die Vermittlungsgebühr verbucht wird, dafür bleibt unter dem Strich ein höherer Gewinn übrig.

Dem Terror getrotzt

Der Börsengang verlief enttäuschend: Der Platzierungskurs von 26 Dollar konnte nicht gehalten werden, die Notierung rutschte um rund ein Drittel auf 18,50 Dollar ab. Die Anleger gingen vor Bekanntgabe der Quartalszahlen in Deckung - in Hinblick auf die Terroranschläge in London und den Wirbelsturm "Katrina" hatten viele offenbar Angst vor einem schwachen Geschäftsverlauf. Die Sorgen erwiesen sich als unbegründet, denn Expedia steigerte den Umsatz gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 584,6 Millionen Dollar. Der Wert aller vermittelten Reisen kletterte um 21 Prozent auf 3,94 Milliarden Dollar. Beim Ergebnis leistete sich der Reiseanbieter ebenfalls keine Schwäche, der Gewinn pro Aktie lag mit 0,35 Dollar um 15 Prozent über den Prognosen.

Starke Aussichten

Die weiteren Aussichten für Expedia sind glänzend: Neben dem prognostizierten Branchenwachstum (siehe Grafik) treibt der Konzern seine Internationalisierung voran. Im dritten Quartal machten die Erlöse aus Übersee 22 Prozent der Gesamtumsätze aus - im Jahresvergleich ein Plus von immerhin vier Prozentpunkten.

Aktien zu billig

Expedia ist verglichen mit seinem Hauptkonkurrenten Priceline günstig bewertet. Beide Aktien weisen auf Basis der Gewinnschätzungen für 2005 KGVs von rund 19 auf - bei in etwa vergleichbaren Wachstumsraten. Bei den Nettomargen hat Expedia mit einem Wert von 13 Prozent jedoch die Nase vorne, was eine Prämie rechtfertigt. der aktionär hält ein 2006er-KGV von 25 für gerechtfertigt, woraus sich ein Kursziel von 32 Dollar ableitet.

Artikel aus DER AKTIONÄR 47/05

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