PA Power Automation
- Thomas Bergmann - Redakteur

PA Power Automation: "2 bis 3 Großprojekte im Jahr 2012"

Der CNC-Spezialist PA Power Automation ist 2011 stark gewachsen. Gleichzeitig erzielte die Gesellschaft den höchsten Auftragseingang der Unternehmensgeschichte. PA-Vorstand und Gründer Bernhard Hilpert plant 2012 mit weiteren Großprojekten.

Der Spezialist für CNC-Maschinen hat 2011 mit einem Umsatzwachstum von 73 Prozent aufwarten können. Zudem stieg der Auftragseingang auf 10,5 Millionen Euro und damit den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte. Und die Basis für weiteres Wachstum ist gelegt, wie PA-Vorstand und -Gründer Bernhard Hilpert im Interview erklärt. Das Unternehmen hat zehn potenzielle Großprojekte in der Pipeline, welche langfristig einen jährlichen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von jeweils mindestens einer Million Euro erwarten lassen.

DER AKTIONÄR: Herr Hilpert, PA Power hat im Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz von 6,0 Millionen Euro die Prognose von 5,7 Millionen Euro deutlich übertroffen. Was waren die Gründe für das beachtliche Umsatzplus von 73 Prozent?

Bernhard Hilpert: Die PA-Gruppe hat in den letzten Jahren viele neue Serienkunden gewonnen, von denen einige im Jahr 2011 in die Serie gingen. Unsere CNC-Systeme sind produktiver und dennoch kostengünstiger als klassische CNC-Systeme. Dabei sind wir der einzige Anbieter, der alle Bearbeitungen mit PC-basierter CNC-Technologie anbieten kann. Diese Vorteile haben bisher weltweit mehr als 70 Serienkunden überzeugt.

PA hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Jahresüberschuss von 355.000 Euro abgeschlossen. Einen ursprünglich geplanten außerordentlichen Ertrag konnten Sie nicht realisieren. Was waren die Gründe hierfür?

Wie schon Mitte Februar mit den vorläufigen Zahlen 2011 kommuniziert, bestand unser Zielergebnis aus einer operativen Komponente von 300.000 Euro und dem von Ihnen angesprochenen außerordentlichen Ertrag von 500.000 Euro aus einem Großprojekt. Wie ebenfalls kommuniziert haben wir diesen außerordentlichen Ertrag nicht aktiviert, um möglichst große Engineering-Kapazitäten für die anderen anstehenden Großprojekte freizuhalten, da jedes dieser anderen Großprojekte lukrativer ist.

Der Auftragseingang erreichte 2011 mit 10,5 Millionen Euro einen neuen Rekordstand. Können Sie im laufenden Jahr an diese Entwicklung anknüpfen?

Im vierten Quartal 2011 haben wir zwei Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Millionen Euro erhalten. Während der Auftragseingang im 1. Quartal 2012 auf normalen Abrufen basiert, gehen wir davon aus, im Laufe des Jahres 2012 weitere Großaufträge akquirieren zu können.

Für das Gesamtjahr 2012 rechnen Sie mit einem Umsatz von 8,4 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung von außerordentlichen Erträgen wollen Sie das Konzernergebnis auf 0,8 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Was sind die größten Wachstumstreiber aktuell und was macht Sie so zuversichtlich, dass der angepeilte Gewinnsprung gelingt?  

Die größten Wachstumstreiber sind einerseits die zwei gemeldeten Großaufträge und andererseits, nach einer Eintrübung der Bestellungen im Maschinenbau in den letzten beiden Quartalen, eine inzwischen deutlich anziehende Konjunktur sowie weitere Gewinnung von Neukunden. Zudem werden wir 2012 neben der PA Hochdruckpumpe für Wasserstrahlschneiden, die dem Anwender deutliche Kosten- und Qualitätsvorteile bietet, ein hochinteressantes Ergänzungsprodukt für Hochgeschwindigkeits-Lasermaschinen vorstellen, mit dem unsere Kunden die Produktivität und Präzision ihrer Laserschneidmaschine deutlich verbessern können.

Zusätzlich winkt 2012 ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 0,6 Millionen Euro aus der Ablösung von Altverbindlichkeiten. Was steckt hinter dieser Position?

Während der Weltwirtschaftskrise hat unser Hauptaktionär Zollner eine stille Gesellschaft der PA AG mit der KfW in Höhe von 1,2 Millionen Euro abgelöst. Wir planen diese im laufenden Jahr durch Zahlung von 600.000 Euro von Zollner abzulösen, womit wir einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von 600.000 Euro erzielen.

Welche Fortschritte macht die Sanierung Ihrer wichtigsten Konzerntochter, der PA GmbH, die zum 31. Dezember 2011 noch bilanziell überschuldet war?

Diese bilanzielle Überschuldung der PA GmbH besteht schon viele Jahre. Dennoch konnten wir immer eine Fortbestehensprognose aufstellen, was sich ja auch im Nachhinein bewahrheitet hat. Wir haben das Ziel, diesen negativen Bilanzaspekt durch geeignete Maßnahmen bis möglichst Ende 2012 zu bereinigen.

Wie wollen Sie das weitere Wachstum finanzieren?

Wie schon kommuniziert, planen wir weitere Kapitalmaßnahmen.

Sie haben aktuell zehn potentielle Großprojekte in der Pipeline. Worin unterscheiden sich diese Projekte von den zuletzt vermeldeten Aufträgen?

Großprojekte sind nach unserer Definition solche, welche langfristig einen jährlichen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von jeweils mindestens einer Million Euro erwarten lassen. Neun dieser Großprojekte sind Kundenprojekte, eines ist das PA-Projekt mit dem oben genannten Ergänzungsprodukt für Hochgeschwindigkeits-Lasermaschinen.

Wann werden die ersten Großprojekte voraussichtlich umgesetzt und welchen Umsatz- und Ergebnisbeitrag erwarten Sie daraus?

Ich bin zuversichtlich, dass von diesen zehn potenziellen Großprojekten etwa vier bis fünf auch tatsächlich umgesetzt werden. Zwei bis drei sollten noch im laufenden Jahr vertraglich fixiert werden.

Aktuell gehört PA Power mit einer Bewertung von rund neun Millionen Euro noch zu den Geheimtipps an der Börse. Wo sehen Sie den fairen Wert der PA-Aktie?

Sie verstehen sicher, dass ich mich dazu nicht konkret äußere. Ich hoffe natürlich, dass sich unsere positive Entwicklung und unsere vielversprechenden Wachstumsperspektiven in den nächsten Monaten auch in unserem Aktienkurs widerspiegeln wird.

Herr Hilpert, besten Dank für das Interview.

Mit Abstauberlimit zum Erfolg

PA Power muss in den nächsten Jahren kräftig wachsen, um an der Börse beachtet zu werden. Dank der herausragenden Technologie und der guten Kundenbeziehungen ist diese Chance vorhanden. Anleger, die einer Investition auch einmal 12 bis 18 Monate Zeit geben können, sollten im Bereich von 2,25 Euro eine Position aufbauen.

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